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Sie hätten keinen besseren Küchenchef für dieses Restaurant finden können. Andreas Senn steht in der Küche des „A-ROSA Kitzbühel“ und testet die Strapazierfähigkeit seiner Lederhosen. „Sitzt wie angegossen und schaut auch noch teuflisch gut aus.“ Auch der Tiroler Dialekt des 30-Jährigen sitzt und fügt sich herrlich in die Szenerie.
"Tradition?
Ja, aber neu interpretiert und immer auf höchstem niveau. Einfach perfekt."
Gerade haben sie die Pforten des neuen Gourmetrestaurants aufgesperrt. Früher kochte hier ein gewisser Edi Hitzberger. 16 Punkte im „Gault Millau“, ein Michelin-Stern. Klassische Küche auf höchstem Niveau, klassisches Restaurant auf höchstem Niveau. Hitzberger würde sein Restaurant heute nicht wiedererkennen. Sein „KAPS“ verwandelte sich in eine „HEIMATLIEBE“. Edelkitsch verdrängte die letzten klassischen Elemente in der Bauernstube und griff sogar auf das Personal über, das jetzt Tracht trägt.
„A-ROSA“-Geschäftsführer Holger Hutmacher und sein F&B-Direktor Torsten Vey nennen die Verwandlung einen Relaunch. Und der hat voll gegriffen! Die 30 Plätze, auf die man sich in der „HEIMATLIEBE“ zugunsten der Qualität beschränkt, sind jeden Abend voll besetzt. Gerade so, als hätte Kitzbühel nur gewartet auf ein Restaurant, das endlich der Leute Sehnsucht nach Tiroler Heimatklischees und österreichischer Spitzenkulinarik stillt.
Während allerorts von Regionalität in der Küche gesprochen wird, gilt diese im „A-ROSA“ als oberstes Prinzip – gepaart mit nur dem Besten. Der besten Ausstattung. Den besten Grundprodukten. Den besten Weinen. Den besten Stuff. Alles Heimat.
Der junge Andreas Senn zaubert Kreationen aus seiner Küche, die frisch und frech den Gaumen überraschen, aber mit der Perfektion eines alten, erfahrenen Hasen handwerklich perfekt umgesetzt sind. Senn lernte von den Größten. Im Salzburger „Ikarus“ im Hangar-7 nahmen Jahrhundertkoch Eckart Witzigmann und Österreichs kulinarischer Kreativjunkie Roland Trettl das Talent unter ihre Fittiche. Hier kochte Senn gemeinsam mit den Besten und wuchs selbst zum Shootingstar heran.
Jungspund
Das „A-ROSA“ hat gut daran getan, Senn nach Kitzbühel zu lotsen. Im neuen Restaurant sprüht der Jungspund gerade so vor innovativen Ideen. „Wir bringen hier traditionelle österreichische Gerichte auf die Teller. Auf höchstem Niveau und neu interpretiert. Manchmal auch mit längst vergessenen Produkten aus der heimischen Küche“, erklärt Senn. Ein Einblick in die Karte: „Rehrücken im Spinat- und Brotteigmantel mit Stangensellerie und Selleriepüree“ oder „Salzburger Stör, gebraten im Petersil-Sud mit Lardo vom Iberico-Wollschwein und Salzburger Stör-Kaviar“.
"Edelkitsch
Eine extravagante Mischung, die das Auge erfreut."
Selbst die Auswahl der Weine ordnet hier Sommelier und Maître Andreas Jechsmayer, einer von Europas Besten seiner Zunft, dem Heimatgedanken unter: „Zum Beispiel ein steirischer Most zum Spargel in einer Klarheit und Qualität, wie man sie noch nie erlebt hat.“ Das Konzept ist durch und durch stimmig und wohl eines der mutigsten im manchmal viel zu langweilig gewordenen Alltag weit gereister Feinschmecker. Und zwar für Gaumen UND Auge.
Die Servicedamen in schicken Drindln, Jechsmayer macht im Trachtenjopperl gute Figur. Das Verdienst der international erfolgreichen Kitzbühler Designerin Sabine Sommeregger. Sie hat dem neuen Restautant exklusiv eine eigene Linie auf den Leib geschneidert: die „HEIMATLIEBE“-Kollektion! Eine extravagante Mischung aus Tradition und Zeitgeist, die sich nicht nur in der Mode der Mitarbeiter wiederfindet, sondern bis ins kleinste Detail der unterschiedlichen Accessoires vordringt. Wie bei den Polstern mit besticktem Herzen in Rot-Weiß-Rot. Oder den eindrucksvollen Bildern an den Wänden des Restaurants, die das Thema Heimat mit einem Schuss Erotik aufpeppen. Die frech und aufreizend inszenierten Werke der Düsseldorfer Star-Fotografin Anne-Marie von Sarosdy nehmen für sich in Anspruch, aufzuregen und zu polarisieren. Sollen doch die anderen brav sein!
Beste Kritiken
„Radikale Regionalität“ heißt es aus dem Mund des „A-ROSA“-Geschäftsführers Holger Hutmacher, der bereits im „Grand SPA Resort A-ROSA Travemünde“ sein Gespür für erfolgreiche Gastrokonzepte unter Beweis stellte. Über Travemünde glänzt ein Michelin-Stern. Hier in Kitzbühel jubelt man derzeit über die ersten Kritiken und Bewertungen, die sich mit Lob gegenseitig übertreffen. Für Küchenchef Senn kein Grund, um abzuheben. Männern in Lederhosen nimmt man diese Bodenständigkeit ab. „Wir sind auf einem guten Weg. Wenn ich jeden Abend meine Gäste überraschen und glücklich machen kann, dann ist mein Job getan“, sagt der Blondschopf und wischt alles Geschreibsel der Gourmet-Journalisten zur Seite.
Kitzbühel hat also einen neuen kulinarischen Schatz geborgen. Der Heimatstempel, den man sich hier aufgedrückt hat, ist gewiss mit einem Augenzwinkern zu betrachten, die Protagonisten rund um die „HEIMATLIEBE“ zählen jedenfalls zu den Besten in Österreich. So schließt das „A-ROSA“ mit dem neuen Gourmetrestaurant eine Lücke, die in der Alpen-Kulinarik bislang klaffte zwischen internationaler Spitzenküche und halbherzig umgesetzter Regionalität.
Eben genau das Richtige in einer Promi-Metropole, in der eine Uschi Glas ebenso im Dirndl durch die Altstadt flaniert wie der Stardesigner Werner Baldessarini in Tracht und ein Koch in Lederhosen in seiner Küche steht. Heimatliebe? Ja! Aber vom Feinsten.
Kontakt
HEIMATLIEBE
Grand SPA Resort A-ROSA
Ried Kaps 7, A-6370 Kitzbühel
Do. bis Mo., Menüstarts zw.
19 Uhr und 21.30 Uhr
Tel.: +43 (0) 53 56/656 60-770
kitzbuehel@a-rosa.de
www.a-rosa.com
Fotos: Werner Krug, Studio Heiner Orth, beigestellt