Brüssel zum Anbeißen
Im Jahr 2012 ist Brüssel zum Anbeißen - im wahrsten Sinn des Wortes. Das diesjährige Fein-
schmeckerjahr verspricht kulinarische Freuden und eine spannende Aus-
einandersetzung mit der vielfältigen Küche der EU-Hauptstadt. Dazu gehören u.a. die Klassiker "Moules & frites", Waffeln und Weinbergschnecken, aber auch Neuinterpretationen innovativer Küchenchefs, die unglaubliche Kreativität der vielen Chocolatiers und nicht zuletzt das "savoir vivre" der Brüsseler.
Neue, außergewöhnliche und innovative Events bilden zusammen mit der lebendigen Gastronomie "Brusselicious" - das Jahr der Gastronomie.
Mehr Infos zu dieser Veranstaltung finden Sie auf www.flandern.at.
Gourmetküchen sind die Laufstege der Foodtrends und somit Maßstab für absolute Qualität und exquisiten Geschmack. Umso seltsamer erscheint es daher so manchem, dass in diesen Genussschmieden Seeigelstachel, Kalbshirn und Schnecken köcheln und brutzeln, um in weiterer Folge von Feinschmeckern mit dem seligsten Lächeln auf den Lippen verspeist zu werden. Das ist manchmal wirklich schwer nachzuvollziehen – bis man es selbst ausprobiert.
„Schnecken sind so besonders, weil ihr Geschmack einzigartig und schwer mit anderen Produkten vergleichbar ist. Ein erdig-mineralisches Geschmackserlebnis der Sonderklasse“, so Starkoch Ralf Zacherl, der mit seiner Sendung „Die Küchenchefs“ auf dem Fernsehsender „Vox“ Genussvariationen und Topqualität in die Wohnzimmer Deutschlands, Österreichs und der Schweiz zaubert. Auch Marc Haeberlin, der den Drei-Sterne-Genusstempel „L’Auberge de l’Ill“ der Familie Haeberlin in Illhaeusern bereits in dritter Generation führt, weiß, welche berauschenden Geschmackskombinationen mit Schnecken kreiert werden können. „Besonders beliebt sind sie bei uns in Tempurateig mit Wasabi. Der Genuss von Schnecken hat im Elsass schon lange Tradition. Die Gäste, die zu uns kommen, wollen die Delikatesse gerne ausgefallen zubereitet erleben.“
Es scheint also, als habe dieser Foodtrend der 80er-Jahre seinen Weg in die Gourmetküchen wieder aufgenommen, so zierten die „schlüpfrigen Scheißerchen“ damals doch beinahe jede Speisekarte in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mit der Aufnahme in die Liste der bedrohten Tierarten und dem damit einhergehenden Sammelverbot Anfang der 90er-Jahre verschwanden sie leider zusehends aus den Küchen Mitteleuropas und schließlich auch aus dem Gedächtnis der Feinschmecker. In Frankreich, Italien und Spanien hingegen ist der Hype um diese Köstlichkeit bis heute ungebrochen.