Tipps des Monats

BRUSSELicious 2012

Brüssel zum Anbeißen

Im Jahr 2012 ist Brüssel zum Anbeißen - im wahrsten Sinn des Wortes. Das diesjährige Fein-
schmeckerjahr verspricht kulinarische Freuden und eine spannende Aus-
einandersetzung mit der vielfältigen Küche der EU-Hauptstadt. Dazu gehören u.a. die Klassiker "Moules & frites", Waffeln und Weinbergschnecken, aber auch Neuinterpretationen innovativer Küchenchefs, die unglaubliche Kreativität der vielen Chocolatiers und nicht zuletzt das "savoir vivre" der Brüsseler.

Neue, außergewöhnliche und innovative Events bilden zusammen mit der lebendigen Gastronomie "Brusselicious" - das Jahr der Gastronomie.

Mehr Infos zu dieser Veranstaltung finden Sie auf www.flandern.at.

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Glasweise Unsinn

Irgendwo im Hirn des Feintrinkers hat sich die wahnsinnige Idee verfestigt, dass jedes Lebensjahr des Weines eine Stunde in der Karaffe einfordert. Heißt für die Anhänger dieser hirnrissigen Theorie, dass ein 50-jähriger Weinmethusalem, dem bereits unendlich viele Zeit zum Reifen, Dahinsiechen und Sterben vergönnt war, noch ca. 150 Tode (durch Sauerstoffschock!) durchleben darf.
Im Regelfall sind 1 bis 2 Stunden in der Karaffe vollkommen ausreichend. Achtung – nicht nur Rotwein wird umgefüllt, auch Weißer und Süßer brauchen manchmal Luft. Eben jeder Wein, der noch Kraft hat, viel Potenzial, sich zugeknöpft und verschlossen zeigt.
Wer nun glaubt, dass es zum Belüften genügt, ganz einfach den Korken zu ziehen, täuscht sich schon wieder gewaltig. Diese Übung bewirkt absolut nichts, da die Angriffsfläche für den Sauerstoff viel zu klein ist. Soll Luft an den Wein, muss ein Achterl aus der Bouteille gegossen werden. So sollte dann ein Sauerstoffreservoir bis zur unteren Schulter (also bis zur breitesten Stelle) entstehen.
So eine Frechheit! Der Winzer hat mir den Wein als trockenen verkauft und jetzt kleben da Zuckerkristalle am Korken! Freund der Berge – freue dich, das ist simpler Weinstein. Grob gesagt überschüssige Säure, die sich in kristalliner Form auf dem Flaschenboden oder Korken absetzt. Der Weinstein fällt immer dann aus, wenn der Wein zu lange zu kalt gelagert wurde. Damit der Konsument nicht zu Trugschlüssen kommt, nimmt der Weinbauer die Weinsteinausscheidung vor und kühlt seine Tanks auf ca. 0 Grad ab. Nun fällt zwar der Weinstein aus, die Prozedur nimmt aber auch Säure und Aroma weg.
Alle Weine sind gezuckert! Nicht alle, aber viele. Vielleicht ist den Verbreitern dieser Schreckensnachricht aufgefallen, dass der inkriminierte Wein aber schon gar nicht süß geschmeckt hat. Wie das nun? Bekommen die Reben nur wenig Sonne ab, bildet sich wenig Fruchtzucker in den Trauben. Bekanntlich wird bei der alkoholischen Gärung dieser Fruchtzucker durch Hefen in Alkohol und Kohlensäure umgewandelt. Die einfache Formel: wenig Zucker bedeutet wenig Alkohol. Daher erlaubt der Gesetzgeber die Aufbesserung/Chaptalisation des Traubenmostes. Der zugesetzte Zucker bringt mehr Alkohol. Das Geschmacksbild des Weines ändert sich nur insofern, als er durch das Mehr an Alkohol fülliger, runder, voller daherkommt als es die Natur vorgesehen hat.

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