Brüssel zum Anbeißen
Im Jahr 2012 ist Brüssel zum Anbeißen - im wahrsten Sinn des Wortes. Das diesjährige Fein-
schmeckerjahr verspricht kulinarische Freuden und eine spannende Aus-
einandersetzung mit der vielfältigen Küche der EU-Hauptstadt. Dazu gehören u.a. die Klassiker "Moules & frites", Waffeln und Weinbergschnecken, aber auch Neuinterpretationen innovativer Küchenchefs, die unglaubliche Kreativität der vielen Chocolatiers und nicht zuletzt das "savoir vivre" der Brüsseler.
Neue, außergewöhnliche und innovative Events bilden zusammen mit der lebendigen Gastronomie "Brusselicious" - das Jahr der Gastronomie.
Mehr Infos zu dieser Veranstaltung finden Sie auf www.flandern.at.
Moderne Atmosphäre, nüchternes Design und ein mehr als volles Restaurant – an einem Mittwochabend. Gegessen wurde das empfohlene große Abendmenü ohne Weinbegleitung (Euro 165). Die Qual der Wahl blieb jedoch bei der Vorspeise. Anders als meine Begleitung habe ich die richtige Entscheidung getroffen: Rotbarbenfilet mit marinierten Avocados und Mango. Definitiv der überraschendste und beste Gang des Abends. Danach folgten ausgelöster Hummer, Steinbutt mit Kürbis-Currysud, Ochsenschwanzessenz, ein delikater Milchkalbsrücken, Mousse vom Blauschimmelkäse, Karamelsoufflé und Champagnersuppe. Alle Gerichte auf höchstem Niveau und die zwei Sterne sind wohlverdient. Das Service hingegen verdient drei davon. Immer im Hintergrund, aber dennoch immer zur Stelle.So wie es sich gehört.
Die vorgeschlagenen Weine zum Menü sind extra zu bezahlen. Zur Höchstform lief der Wein beim Soufflé auf – jedoch nicht aufgrund seines Geschmacks (welcher höchstwahrscheinlich nicht zu verachten ist!), sondern wegen des Preises: 0,1 Liter um 38 Euro? Das ist zu viel des Guten und wir fühlten uns leicht veräppelt. Hätten wir zusätzlich zum Menü die vorgeschlagene Weinbegleitung genossen, hätte uns dieser besagte Mittwochabend schlappe 646 Euro ohne Trinkgeld gekostet. Unsere Tischnachbarn waren da nicht so knauserig wie wir. Da fragt man sich doch, ob das mit der Finanzkrise nur eine Zeitungsente ist.
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