Tipps des Monats

BRUSSELicious 2012

Brüssel zum Anbeißen

Im Jahr 2012 ist Brüssel zum Anbeißen - im wahrsten Sinn des Wortes. Das diesjährige Fein-
schmeckerjahr verspricht kulinarische Freuden und eine spannende Aus-
einandersetzung mit der vielfältigen Küche der EU-Hauptstadt. Dazu gehören u.a. die Klassiker "Moules & frites", Waffeln und Weinbergschnecken, aber auch Neuinterpretationen innovativer Küchenchefs, die unglaubliche Kreativität der vielen Chocolatiers und nicht zuletzt das "savoir vivre" der Brüsseler.

Neue, außergewöhnliche und innovative Events bilden zusammen mit der lebendigen Gastronomie "Brusselicious" - das Jahr der Gastronomie.

Mehr Infos zu dieser Veranstaltung finden Sie auf www.flandern.at.

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Feigen: Sinnliche Versuchung

Und sie wurden gewahr, dass sie nackt waren, und flochten Feigenblätter zusammen und machten sich daraus Schürzen.“ (1. Mose 3, 7) Wenn man der ­Bibel Glauben schenken darf, so gab es den Feigenbaum bereits im Garten Eden und Maler und Bildhauer griffen das Motiv des Feigenblattes über die Jahrhunderte sattsam auf. Feigenbäume waren wohl tatsächlich die ersten kultivierten Pflanzen der Menschheitsgeschichte: Wie man erst kürzlich entdeckte, wurden sie bereits vor 11.400 Jahren im Westjordanland gezüchtet – um fast ein Jahrtausend früher als das erste Getreide! Feigen waren ein wichtiger Bestandteil der Ernährung in Mesopotamien, Palästina, Ägypten und Griechenland, und in Rom waren sie so beliebt, dass sie in getrockneter Form denselben Zwecken dienten wie Brot.

Wegen ihrer großen Bedeutung als Nahrungsmittel wurde die Feige zu einem Symbol für Wohlstand und Fruchtbarkeit. Die Griechen sahen im Feigenbaum Dionysos, den Gott des Rausches und der Lebensfreude, bei den Römern war der Feigenbaum dem Gott Bacchus gewidmet und bei den Hindus gilt die Feige als die Frucht des Gottes Vishnu und damit als Symbol für Fruchtbarkeit und Laszivität. Der erotische Aspekt spielt auch heute noch eine Rolle: Manche Kulturen sehen in der geöffneten Feige eine Ähnlichkeit mit dem weiblichen Genitale – und in manchen Sprachen gibt man diesem auch ihren Namen.

Feigenbäume sind Kletterpflanzen aus der Familie der Maulbeergewächse. Ihr bekanntester Vertreter ist die „Echte Feige“ (Ficus carica), deren Früchte wir als Feigen kennen. Wild kommt diese vom Mittelmeerraum bis Indien vor, kultiviert wird sie aber auch in anderen tropischen und subtropischen Regionen. Nördlich der Alpen gedeihen Feigenbäume nur in Gegenden mit sehr mildem Weinbauklima – und selbst dort nur an gut vor Wind und Wetter geschützten Stellen. Das Besondere an der Feige: Es handelt sich um eine so genannte „Scheinfrucht“ – wir essen eigent­lich die Blütenstände, die bei der Reife das Aussehen von Früchten mit einer kugeligen bis birnenförmigen Gestalt, einer gelbgrünen bis dunkelvioletten Schale und einem rötlichen Inneren annehmen.

Der ideale Reifegrad. Die bei uns im Handel erhältlichen Feigen stammen von Ende Juli bis November aus der Türkei, von August bis September auch aus Griechen­land oder Frankreich, von September bis November aus Italien und Israel und von Dezember bis Juli aus Südamerika. Biofeigen werden nach der Trocknung nur gewaschen, verpackt und in kontrollierter Atmosphäre gelagert. Im Gegensatz dazu werden herkömmliche Feigen zur Verbesserung der Haltbarkeit oft mit Methylbromid begast und mit Schwefel behandelt.

Otto Grafoner vom Früchteimporteur Agnello in Graz gilt als ausgewiesener Obst- und Gemüseexperte: „Vollreife Feigen sind bereits weich. Sie sind dann keineswegs verdorben, sondern geschmacklich am besten. Fühlen sie sich noch knackig an, so ist der ideale Reifegrad noch nicht erreicht.“ Unreife Feigen reifen bei Zimmertemperatur noch nach, die Schale wird weicher, aber das Aroma ist nicht so gut wie bei richtig reif geernteten Früchten. Man soll Feigen im idealen Reifegrad möglichst rasch genießen – im Kühlschrank kann man sie maximal drei Tage lagern, bei Zimmertemperatur nur einen Tag. Vom Pflücken bis zum Verzehr sollte höchstens eine Woche vergehen. Lagert man die Feigen im Kühlschrank, so sollte man sie allerdings vor dem Verzehr einige Stunden bei Zimmertemperatur liegen lassen, damit sie ihr Aroma voll entfalten können.

Grafoner: „Ein gleichmäßig weißer Belag auf der Schale muss noch nicht auf eine verdorbene Frucht hindeuten, sondern kann auch ausgeschiedener Traubenzucker sein. Erst wenn sich an der Unterseite der Frucht in der Verpackung Kondenswasser bildet, dann fängt die Feige dort zu schimmeln an. Dann sollte man sie nicht mehr verzehren. Vor allem sollte man auch darauf achten, dass die leicht verletzbare Haut unversehrt ist, da die Frucht dort zuerst verdirbt.“

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