Brüssel zum Anbeißen
Im Jahr 2012 ist Brüssel zum Anbeißen - im wahrsten Sinn des Wortes. Das diesjährige Fein-
schmeckerjahr verspricht kulinarische Freuden und eine spannende Aus-
einandersetzung mit der vielfältigen Küche der EU-Hauptstadt. Dazu gehören u.a. die Klassiker "Moules & frites", Waffeln und Weinbergschnecken, aber auch Neuinterpretationen innovativer Küchenchefs, die unglaubliche Kreativität der vielen Chocolatiers und nicht zuletzt das "savoir vivre" der Brüsseler.
Neue, außergewöhnliche und innovative Events bilden zusammen mit der lebendigen Gastronomie "Brusselicious" - das Jahr der Gastronomie.
Mehr Infos zu dieser Veranstaltung finden Sie auf www.flandern.at.
Vor allem dann nicht, wenn ein Edelbrenner anwesend ist. Denn zwischen Schnaps und Schnaps liegen Galaxien. Kostet industrieller Sprit gerade einmal fünf Euro, so legt man für ein feines Destillat 50 Euro und noch viel mehr auf den Tisch.
Während sich der günstige Fusel gerade einmal dafür eignet, den TV-Bildschirm zu säubern, nimmt man einen intensiven Himbeerbrand zum Beispiel am Ende einer subtilen Speisenfolge zu sich, inhaliert die einzigartigen Aromen des Destillats und lässt das Menü Revue passieren: die feine Süße in der Sauce zur Entenbrust – war da nicht auch Himbeere dabei? Am Saltbouquet zur Entenstopfleber und beim Topfensoufflee?
Wenn’s nicht gerade die Himbeere ist, die da in den Brennkessel kommt, dann könnte es Birne sein, Apfel, Weichsel, Speierling, Qitte, Vogelbeere, Bier, Erdbeere, Hagebutte, Holunder, Kartoffel, Marille, Mango, Sanddorn oder Gerste. Möglich ist alles, was Zucker enthält. In zerkleinerter Form nennt man dieses Basismaterial dann Maische. Die vergärt nun unter Zugabe von Hefe in einem geschlossenen Behälter und wird anschließend vorsichtig erhitzt – bei exakt 78 Grad siedet der Trinkalkohol, Wasser braucht bekanntlich eine höhere Temperatur. Die aufsteigenden Alkoholdämpfe werden abgekühlt und verflüssigen sich dadurch. Beim ersten Brennvorgang entsteht der Raubrand. Der kommt nun ein zweites Mal in den Kessel und wird somit zum „zweiten Brand“ oder auch Feinbrand. Wobei diese zwei Vorgänge bei der Kolonnenbrennerei auf einen reduziert werden.
„Obst verwerten und Obst hochklassig veredeln sind zwei Paar Schuhe. Die Entstehung eines feinen Brandes hat mit Restverwertung, also mit faulem und schimmeligem Obst, nichts zu tun. Wichtig ist auch der exakte Reifezustand der Früchte. Marillen zum Beispiel müssen sehr reif, ja, überreif sein. Bei der Marille tut sich nämlich zuckermäßig nach der Ernte nichts mehr, bei der Birne sehr wohl. Gewisse Sorten zeigen sich sogar in Bestform, wenn sie unreif eingemaischt werden. Ein Fehler bei der Obstselektion kann jedenfalls nicht mehr korrigiert werden. Also sind Auswählen und Nachreifen die Basis, das A und O eines exzellenten Fruchtbrandes“, erklärt der österreichische Edelbrenner Rudolf Schwarzer.
Alois Gölles
In der Steiermark hat er sich eine Genusswelt aufgebaut. An der Spitze seine unverkennbaren Destillate.
www.goelles.at
Rudolf Schwarzer
Die Destillate des Osttiroler Brenners wurden schon vielfach prämiert.
www.schwarzerbrennerei.at
Dirker
Liköre, Geiste, Kern-, Beeren-, Steinobstbrände, Mispel, Mollebuschbirne. Da braucht man Wochen zum Durchkosten!
www.dirker.de
Johann Guggenbichler
Johann Guggenbichler ist stolz: auf die lange Brenn-Tradition seines Hauses und auf seinen Fan Heinz Winkler.
www.chiemsee-edelbrand.de
Vittorio Capovilla
In Rosà di Vicenza wirkt Italiens Großmeister der Grappa, zugleich der einzige renommierte Fruchtbrenner des Landes.
Rudolf Gartner
Er bewohnt nicht nur einen Apfelgarten im Vinschgau, er destilliert ihn auch.
www.gartner.it