Tipps des Monats

BRUSSELicious 2012

Brüssel zum Anbeißen

Im Jahr 2012 ist Brüssel zum Anbeißen - im wahrsten Sinn des Wortes. Das diesjährige Fein-
schmeckerjahr verspricht kulinarische Freuden und eine spannende Aus-
einandersetzung mit der vielfältigen Küche der EU-Hauptstadt. Dazu gehören u.a. die Klassiker "Moules & frites", Waffeln und Weinbergschnecken, aber auch Neuinterpretationen innovativer Küchenchefs, die unglaubliche Kreativität der vielen Chocolatiers und nicht zuletzt das "savoir vivre" der Brüsseler.

Neue, außergewöhnliche und innovative Events bilden zusammen mit der lebendigen Gastronomie "Brusselicious" - das Jahr der Gastronomie.

Mehr Infos zu dieser Veranstaltung finden Sie auf www.flandern.at.

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New York - Los Angeles - Las Vegas - Miami

Der 18. Stock eines der wohl traditionsreichsten Häuser New Yorks: „The Carlyle“! Mein Blick schweift aus dem Fenster und bleibt hängen an den eleganten Häuserfronten der Madison Avenue. Der Central Park liegt gleich um die Ecke. In der Luft hängt der Duft von Tradition, Prunk und edlem Upper-East-Side-Luxus. New York City – hier bin ich! Bereit einzutauchen in die Stadt, die niemals schläft. 8,3 Millionen Einwohner, 200 Museen, 150 Theater, die exklusivsten Modeboutiquen der Welt – alles wartet nur auf mich! Und das muss es wohl noch länger tun. Ich bin nämlich auf Geschäftsreise in New York. Da kann die Upper East Side unter mir noch so schön sein. Vier Stockwerke über mir residiert mein Boss.

Wir schreiben Tag 1 unserer Tour quer durch die USA auf der Suche nach den besten und kreativsten Köchen für unser GourmetReise-Festival 2011 (www.gourmetreisefestival.com). Und wer meinen Boss kennt, weiß wie Geschäftsreisen mit ihm ablaufen: ein Termin hetzt den anderen, der Arbeitstag hat 20 Stunden, durchschnaufen verboten, aber eines ist immer garantiert: Neues und Spaß!

Tag 1, 14 Uhr – The Carlyle: In Mick Jaggers Suite
Das Klingeln des Telefons durchbricht die seelige Stille, die einem das „Carlyle“ inmitten des hektischen Stadttreibens schenkt. Mein Boss ist dran. „Komm in die Suite 2209, ich muss dir was zeigen.“ Ich eile zum Aufzug und gebe dem Liftboy die Etage bekannt. „The Royal Suite?“, fragt er. Ich bin mir nicht ganz sicher, nicke aber so souverän wie nur möglich. Die Tür zur Royal Suite steht offen, darin mein Boss, grinsend, neben ihm Erich Steinbock, der Managing Director des Hauses. „Mick Jagger hat hier gerade ausgecheckt“, verrät er und hält jene Gitarre in den Händen, die sich Jagger für seinen Aufenthalt im Hotel geliehen hat und in der Suite zurückließ. Für das „Carlyle“ ist Jagger ein ganz normaler Gast. Immerhin steigen hier Leute wie Bill Gates oder Bill Clinton ab. Und unten im „Café Carlyle“ spielt regelmäßig Woddy Allen mit seiner „Eddy Davis New Orleans Jazz Band“. Das „Carlyle“ ist nicht irgendein Hotel. Es ist eine Institution in New York! Hier wohnen die Stars, um Ruhe zu tanken. Wer Presse will, geht ins „Four Seasons“.

Wir sind aber nicht zum Urlaubmachen hier, sondern suchen Topköche für unser GourmetReise-Festival 2011. Mehr als 40 unkomplizierte und sympathische Spitzenköche aus der ganzen Welt haben wir in den vergangenen drei Jahren für unsere Foodfestivals bereits in die Steiermark gelotst. Jedes einzelne Mal waren wir restlos ausverkauft. Für 2011 wollen wir das Glück nicht unnötig herausfordern und haben uns vorgenommen, jeden in Frage kommenden Koch persönlich zu besuchen. Das Ziel ist es, abzuklären, ob er als Typ passt, was er beim Festival gerne kochen würde, mit welchen Techniken und Geräten er arbeitet und ob seine Gerichte „legendär“ genug sind, um die Gäste des GourmetReise-Festivals 2011 zu begeistern.

Tag 1, 15 Uhr – Carlyle-Restaurant: So schmeckt Amerika
Unsere erste Station ist das „Carlyle Restaurant“, das an ein feines englisches Adelshaus erinnert und sich wunderbar in die Gesamtszenerie des Traditionshotels einfügt. Den für uns reservierten und opulent gedeckten Tisch lassen wir links liegen. Wir wollen Action und steigen hinab in die im Keller liegende Küche – bewaffnet mit zwei kleinen Videokameras. Hinter den grell lodernden Flammen der Gasherde und bei gefühlten 60 Grad winkt uns bereits der bullige Küchenchef Jimmy Sakatos entgegen. „You want to eat here? Are you sure?“, fragt er uns ungläubig. „Ja, wir wollen.“ Wir wollen alle Chefs in Action sehen, beobachten, wie sie kochen, wie sie mit den Mitarbeitern umgehen und vor allem: die Gerichte in der Entstehungsgeschichte gleich festhalten.

O. k.! Während ich meine Kamera draufhalte, wird mein Boss zum Hilfskoch umfunktioniert. Sakatos erklärt mit viel Witz Step by Step, wie er was zubereitet, welche Gewürze er warum verwendet, und verrät uns seine Zubereitungstricks. Zwei Stunden später haben wir alle „Carlyle“-Signature-Gerichte wie den „Lobster Salad“ oder die Seezunge nicht nur gekocht und auf Video festgehalten, sondern klarerweise auch verkostet. Mit dem Versprechen, uns am Abend noch an der Bar auf einen Absacker zu treffen, machen wir uns nach einer kurzen Rundrenovierung auf den Weg zu unserer zweiten Station.

Tag 1, 20 Uhr – Daniel: MEIN ERSTES 3-Sterne-Restaurant und ein verhängnisvolles Versprechen
Nach nur wenigen Minuten Fahrzeit macht unser Taxi halt vor einem unscheinbaren, aber sehr gepflegten Haus, in dem man typische New Yoker Luxusappartements erwartet. Auf der Drehtür des mit drei Michelin-Sternen ausgezeichneten Restaurants steht in kleinen Buchstaben schlicht „daniel“. Dass der Name Understatement ist, erkennen wir spätestens, als sich die Tür in das Innere des Restaurants öffnet. Wir lassen New York hinter uns und betreten eine andere Welt. So muss ein New Yorker Club in den 30er Jahren ausgesehen haben. Moderne Swingmusik durchströmt die Empfangshalle. Daniel Boulud wartet bereits und führt uns nach überschwänglicher Begrüßung an die Bar. „White Cosmo“ oder „Champagne Mojito“ ist seine erste Frage? Wir entscheiden uns für beide. Daniel ist ein sympathischer, mitreißender Typ, dem man seine 55 Jahre nicht ansieht. Er ist aber noch viel mehr als Koch. Er ist einer der erfolgreichsten kulinarischen Businessmänner weltweit, und betreibt Restaurants in New York, Miami, Palm Beach, Vancouver, London und Peking. Daniel erzählt mit leuchtenden Augen von seiner Liebe zur französischen Küche. „Aber mit einer zusätzlichen Verbeugung vor dem, was die restliche Welt zu bieten hat“, sagt er. „Ich liebe das Rustikale der italienischen Küche, das Kreative Spaniens und die Finesse Japans.“ Daniel erzählt und erzählt – auch von seinem neuen Restaurant in New York, in dem er über 100 unterschiedliche Würste anbietet.

„Stop Daniel, lets go into the kitchen“, sagt mein Boss. Diesmal finden wir uns jedoch nicht im Keller wieder, sondern in einer klimatisierten Hightechküche, in der etwa 50 Köche mit der Präzision eines Uhrwerks die essbaren Kunstwerke für die mehr als 300 Gäste pro Abend anrichten. Daniel hat für uns den Chef‘s Table mitten in der Küche reserviert und wir haben somit die Chance, alles live mitzuerleben. Nach acht genialen Gängen wie dem „Duett von Sardinen á la Provencale“ oder den „California Spot Prawns“ sind nicht nur die Akkus unserer Videokameras leer. Mit Daniel zu arbeiten, ist Spitzensport. Wir beschließen, den Abend zu beenden, wie er begonnen hat: mit den wahrscheinlich besten Cocktails von New York.

Tag 2, 5.30 Uhr – Morgensport mit Champagner-Feeling
5.30 Uhr: Der Weckruf reißt mich aus dem Schönheitsschlaf. Ich bin noch schlaftrunken, aber ich kann mich genau erinnern: gestern, die Champagne Mojitos, acht Gänge bei Boulud. Dann noch einmal an die Bar und mein verhängnisvolles Versprechen zum Morgensport. Verdammt! Aber: Versprochen ist versprochen. Keine zehn Minuten später trabe ich mit meinem Boss bereits die ersten Meter durch die 5th Avenue direkt auf den Central Park zu. Es ist ein herrlicher, sonniger Sommermorgen in New York City. Wir laufen eine Runde um den berühmten „Jacqueline Kennedy Onassis Reservoir“-See und genießen dabei den sensationellen Blick auf den Central Park und die sich dahinter emporhebenden Wolkenkratzer. Wie das Schicksal so spielt, laufen wir auf dem Nachhauseweg beim „Café Boulud“ (1 Michelin-Stern) vorbei, erkennen das „Zeichen“ und beschließen, nach einem kurzen Abstecher im Hotel, hier zu frühstücken. Bagels, Cream Cheese, Lachs und Champagner! So kann es weitergehen.

Tag 2, 11 Uhr – Die Präsidentensuite und die beinahe-Eiweissvergiftung
Bevor wir am Nachmittag den „Spice Market“ von Jean-Georges Vongerichten anvisieren, steht noch ein Meeting mit Christoph Schmidinger auf dem Terminplan, dem Generalmanager des „Four Seasons“-Hotels in New York. Wo die Führung durch das Hotel und die 350 Quadratmeter große Präsidentensuite mit schusssicheren Scheiben (um wohlfeile 27.000 Euro pro Nacht, ohne Frühstück!) geendent hat? Im „Four Seasons“-Restaurant. Kaum habe ich auf die Frage „Noch ein wenig Platz im Magen?“ mit einem zögerlichen „Ja“ geantwortet, finde ich mich schon in der legendären „Oyster Bar“ an der Grand Central Station wieder. Gut 20 unterschiedliche Austernsorten werden hier angeboten. Wir kosten uns durch die Karte, garnieren das Ganze mit Champagner und ziehen Leine, bevor wir eine Eiweissvergiftung riskieren. Nun heißt es: Fit sein für Jean-Georges!

Tag 2, 15 Uhr – Spice Market: Filmen verboten
Wir erreichen den Meat Packing District. Sehr hippe und trendige Gegend, dann wieder Ecken, da würde ich niemals allein einen Fuß hinsetzen. 15 Restaurants betreibt Jean-Georges Vongerichten weltweit – vom 3-Sterne-Tempel „Jean Georges“ bis hin zum „Market“ in Paris oder dem „Café Martinique“ auf den Bahamas. Wir haben den „Spice Market“ in der „West 13th Street“ gewählt. Ein Restaurant, das Indien pur ausstrahlt. Der Küchenchef heißt Anthony Ricco. Er leitet hier die Küche mit mehr als 60 Köchen. Ricco platziert uns gleich am Tresen mit Blick in die offene Küche. Filmen? „Sorry, nicht erlaubt, alles streng geheim.“ Selbst die Gewürzmischungen werden exklusiv für den „Spice Market“ hergestellt. Für das GourmetReise-Festival verspricht er, alles nach Österreich mitzubringen. O. k.! Konzentrieren wir uns darauf, die besten Gänge auszuwählen. Im 10-Minuten-Takt knallt uns Ricco mit breitem Grinsen ein Gericht nach dem anderen auf den Tisch und erklärt, wie er es zubereitet hat. Zum Beispiel: „Avocado-Radieschen mit chinesischem Senf und Zwiebel-Tempura“ oder „Gedünsteter Lobster mit Ingwer und Chilli“. Wir sind überwältigt von der Aromenvielfalt, der verspielten Schärfe und den einzigartigen Kombinationen. Glücklich beschließen wir unsere letzten Stunden in New York in der „Strand Bar Lounge“ mit dem wohl schönsten Ausblick auf das Empire State Building.

Los Angeles

Auf ein Dinner mit Wolfgang Puck, Auf ein Trüffel-Omelette mit den Hollywood-Stars, ein Tag wie Pretty Woman im Beverly Wilshire und eine Irrfahrt zum Santa Monica Beach

3 Uhr und 30 Minuten. Also mitten in der Nacht! Es weckt mich das Telefon aus meinen Träumen. Habe ich etwa verschlafen? Mein Boss: „Abfahrt zum Flughafen. Wo bleibst du?“ „Eigentlich war ja 4.30 Uhr ausgemacht“, antworte ich. Aber das hört er nicht mehr. Nun gut, kein Schlaf. Wir sind ja in New York, der Stadt, die niemals schläft. Also auf zum Flughafen! Und auf zu Station 2 unserer Tour quer durch die USA auf der Suche nach Starköchen für unser GourmetReise-Festival.

Nur noch eine Hürde auf dem Weg zu den Hollywood-Stars: die Gepäckaufgabe am Flughafen. Die hat es nämlich in sich. Bei Flügen innerhalb der Staaten, muss man für jedes Gepäckstück extra bezahlen. Ein fetter Koffer schont die Geldbörse. Also versuchen wir das Gewicht auszugleichen. Während hinter uns die Warteschlange wächst und wächst, verstaue ich einen Teil des Inhalts meines Koffers in der Handtasche. Nun können wir mit dem Minimum an Gebühr abheben. „Inlandsflüge in Amerika gleichen einem Gefangenentransport“, höre ich am Nebensitz jemanden murmeln. Aber: Internet an Board ist auch einmal etwas Neues. So können wir wenigstens während des vierstündigen Fluges arbeiten. Also nichts da mit dem Ausgleichen meines Jetlags. Die Arbeit ruft!

Tag 3, 16.00 Uhr – Eine Irrfahrt zum Santa Monica Beach
Von wegen heißes Pflaster. In New York brannte die Sonne mit 35 Grad vom Himmel, hier in Los Angeles heißen uns dagegen geradezu kühle 25 Grad willkommen. Während ich mich auf die Suche nach unserem Gepäck begebe, holt mein Boss den Leihwagen. Denn schon morgen geht es weiter nach Las Vegas! Und die 430 Kilometer von L. A. bis in die Gambling-City sind mit dem Auto ein Katzensprung. Vor allem, weil ich vom Beifahrersitz aus gemütlich die Landschaft genießen kann.

Zu früh gefreut! „Du darfst fahren!“ Ich bin eine gute Autofahrerin, so viel ist klar. Mein Boss ist – und das muss er mir jetzt verzeihen – ein miserabler Beifahrer. „Damit uns nichts passiert, hab ich uns einen Hummer gemietet.“ Mir egal, was das für eine Marke ist. Die Kiste sieht aus wie ein Panzer. Viel Vertrauen in meine Fahrkünste dürfte mein Boss wirklich nicht haben. Egal. Zieleingabe in das Navigationssystem: Santa Monica! Die Stadt an der Küste des Pazifiks liegt nur 26 Kilometer von der Stadtgrenze von Los Angeles entfernt und da wir noch ein paar Stunden bis zu unserem nächsten Abendessen haben, beschließen wir, einen kurzen Abstecher an den Strand zu machen. Hier rekelten sich bereits Pamela Anderson und David Hasselhoff in Baywatch. Ja, lange ist es her. Wir sind aber auf Genusstournee unterwegs und wollen nur eines wissen: Wie salzig schmeckt Kalifornien? Aufschluss soll uns der Pazifik geben. Wir legen bei „Subway“ einen Boxenstopp ein. Unser Ziel ist es, unsere Sandwiches am Santa Monica Beach mit Blick auf das Meer zu verschmausen. Nach der Erkenntnis, dass auch in Amerika Navigationssysteme einen in die Irre führen können (Nein, es lag nicht an meinem Orientierungssinn!), kommen wir nach einer gut zweistündigen unfreiwilligen Sightseeingtour durch Los Angels tatsächlich in Santa Monica an und genießen die Sandwiches bei fabelhaftem Ausblick auf das Meer und das berühmte Riesenrad am Santa Monica Pier.

Tag 3, 17 Uhr – Beverly Wilshire: Die Nobelabsteige der Superstars
Elvis bewohnte hier lange eine Suite. John Lennon zog im „Beverly Wilshire“ ein, als er sich von Yoko Ono trennte. Die schauspielende Topliga von Dustin Hoffman über Al Pacino bis hin zu Michael Douglas und Catherine Zeta-Jones residiert hier ebenfalls regelmäßig. Und vor allem ist das Hotel aus der Kinoschnulze „Pretty Woman“ mit Julia Roberts und Richard Gere bekannt. Mehr Hollywood-Feeling geht nicht!
Ich parke unseren Wagen neben einem Rolls-Royce Phantom Drophead Coupé. Trotz unserer vergleichsweise günstigen Karosse werden auch wir im „Beverley Wilshire“ wie Stars behandelt. Service wow, Lobby wow, Suite wow. Einfach alles wow!

Bevor wir weiter in Wolfgang Pucks „Spago“ hetzen, bleiben mir zehn Minuten, um mich gesellschaftstauglich zu machen. Um genau zu sein: neun Minuten. Denn eine investiere ich, um zu überprüfen, was einem in jedem „Four Seasons Hotel“ versprochen wird: Die Wanne ist voll in einer Minute. Hähne voll aufgedreht, Blick auf die Uhr – exakt! Hier werden Versprechen gehalten!

Tag 3, 19.30 Uhr – Tisch an Tisch mit Donald Trump
Das „Spago“ thront an der Spitze von mehr als 70 Restaurants, die unter der Führung von Wolfgang Puck stehen. Mit einem (geschätzten) Jahreseinkommen von 16 Millionen Euro und mehr als 5000 Mitarbeitern hängt Puck alle anderen Köche der Welt meilenweit ab! Mit einem Hotel-Mercedes CL 500 werden wir in aller Noblesse die paar Blocks runter in die 176 North Canon Drive Street direkt vor das „Spago“ chauffiert. Jetzt fehlt nur noch der Rote Teppich. Ich mag meinen Job. Und auf diese Weise kann ich auch 20 Stunden am Tag arbeiten, kein Problem! Drinnen begrüßt uns Horst Ringler, der Restaurantchef. Wie Puck auch ein Österreicher. Heimatgefühle kommen trotzdem keine auf. Das hier ist Amerika pur! Über 300 Plätze im Restaurant, alles voll. Pro Abend zwei Sitzungen. Das ist Business. Ein kurzer Abstecher in die Küche, die nur durch eine riesige Glaswand vom Restaurant getrennt ist und dann ab zu unserem Tisch. Erst beim dritten Gang erkennen wir den Tischnachbarn: den milliardenschweren Wirtschaftstycoon Donald Trump. Kein Blitzlichtgewitter um ihn. Kein Aufsehen. Die Prominenz fühlt sich hier heimisch.

Das kulinarische Konzept des „Spago“ ist eigentlich sehr einfach. Topprodukte, handwerklich perfekt umgesetzt und für jeden Gast verständlich. Kein Chichi, keine Schäumchen. Einfach gutes Essen, gepaart mit wirklichen Prominenten und jenen, die es gerne wären. Unser Highlight: die hausgemachten Agnolotti mit süßen Erbsen und Mascarpone. Wolfgang Puck erscheint. Er marschiert aus der Küche, alle Köpfe drehen sich zu ihm. Er geht von Tisch zu Tisch, klopft den Gästen auf die Schulter und lässt sich fotografieren. Gegen Mitternacht leert sich das Spago langsam, aber sicher. Wolfgang setzt sich zu uns und sagt im tiefsten Kärtner Dialekt: „Kumm, fohr ma.“ Zehn Minuten später stehen wir auf der Rooftop Bar des „Beverley Wilshire“, in dem es natürlich auch ein Puck-Restaurant gibt – das „CUT“. Wir sprechen mit Wolfgang über das GourmetReise-Festival, fachsimpeln über die Kulinarik und erzählen uns Anekdoten aus der Gourmetszene – und davon hat Wolfgang jede Menge auf Lager.

Tag 4, 7 Uhr – das beste Trüffel-Omelette meines lebens
Meine Suite im „Beverly Wilshire“ ist so schön, dass ich diese eigentlich nur auf richterlichen Beschluss verlassen will. Andererseits schwärmt ganz L. A. über das Frühstück hier. Das gehört verkostet! Was also tun, wenn man wenig Zeit hat, aber von allem etwas haben will? Genau, man bestellt sich von allem eine Portion. Dann der Blick und das Lachen meines Bosses, als er mich entdeckt, wie ich all die herrlichen Dinge vor mir aufgetürmt habe: Omelette mit Trüffel, belgische Waffeln mit frischen Früchten und Ahornsirup, Lachs, Kaviar und vieles mehr. Glücklich und satt treten wir die Reise zu unserer dritten Station an.

Schrecksekunde am Highway 15 Richtung Las Vegas: Mein Boss bewegt sich nicht mehr! Regungslos ist er im Beifahrersitz versunken. Ist er aus Angst vor meinen Fahrkünsten gestorben? Ich dreh das Radio ab, reduziere die Geschwindigkeit. Stubse ihn. Er atmet! Er schläft also nur. So viel also zum Thema, er könne sich auf dem Beifahrersitz nicht entspannen.

Die Wüste zieht an uns vorbei, draußen hat es 40 Grad und es wird langsam dunkel. Kurz vor unserem Ziel sieht es hinter einem Hügel aus, als würde die Sonne aufgehen. Es ist aber nur das Lichtermeer von Las Vegas, das noch imposanter ist, als ich es mir vorgestellt hatte. Wir sind bereit. Also: Viva Las Vegas, Baby!

Tag 4, 23.30 Uhr – Das Bellagio: Disneyland für Erwachsene
Im Schritttempo fahren wir den Strip entlang. Es ist kurz vor Mitternacht und ein Verkehr wie in der Rush Hour in New York City. Bunte Lichter überall, alles dreht und bewegt sich. Hier stehen die großen Hotels: das „Mirage“, das „MGM Grand“, das neue „Mandarin Oriental“ und natürlich das „Bellagio“. Unsere Absteige für die nächsten zwei Nächte mit „bescheidenen“ 3933 Zimmern und Suiten. Vier Toprestaurants inklusive: das „Le Cirque“, das „Circo“ sowie das „Picasso“ und das „Olives“. Ganz nebenbei war das Hotel auch Hauptschauplatz der Filme „Ocean’s Eleven“ und „Ocean’s Thirteen“.

Eines fällt sofort auf: Hier ist alles etwas größer. Allein das Casino im Bellagio dehnt sich auf knapp 11.000 Quadratmetern aus. Geschätzte 20 Check-in-Counter für die Hotelgäste, 24 Stunden Highlife. Überall dreht sich alles nur um das Zocken. Bunte Lichter, die blinken, Spielautomaten, die Alarm schlagen – all das, was man sich von Las Vegas erwartet, trifft zu! Wir schlendern über den Strip. Aber wir wollen jetzt ersteinmal ein bisschen Ruhe! Das zu finden, ist in der Wüstenstadt nicht gerade einfach, aber wir versuchen, ein geeignetes Plätzchen ausfindig zu machen.

Hier zeigen wir Ihnen die 10 besten Gerichte unserer USA-Reise.

Tag 4, 1.00 Uhr – Mandarin Bar: Der schönste Blick auf Vegas
Das „Mandarin Oriental“. Eine Oase der Ruhe. Erst im Dezember 2009 eröffnete der 56 Etagen hohe Bau mit 392 Zimmern und Suiten. Keine 20, sondern ein einziger Ceck-in-Counter begrüßt hier die Gäste. Roulettetische und Spielautomaten? Fehlanzeige. Das Mandarin empfiehlt sich als Casino-freie Zone. Dafür findet sich im 23. Stockwerk eine der imposantesten Bars weltweit: die „Mandarin Bar“. Bei chilliger Loungemusik genießen wir den Blick über die größte Stadt Nevadas. Kellnerinnen und Kellner, gekleidet in schwarzen Kimonos, huschen an uns vorbei und servieren fantastische Cocktails. Asia-Feeling pur! Morgen warten drei Restaurants auf uns, in denen wir die Küchenchefs treffen: das „Le Cirque“ im „Bellagio“, das „MOzen“ im „Mandarin Oriental“ und das Restaurant „Joël Robuchon“ im „MGM Grand“. Viel zu tun und viel zu essen für einen Tag! Also zurück in unsere Zimmer im „Bellagio“. Im Vorbeigehen auf Rot gesetzt, Schwarz kommt – gute Nacht.

Tag 5, 11 Uhr – Le Cirque: Wir vergeben 2 Sterne!
Küchenchef David Werly, ein gebürtiger Franzose, ist im Sternerestaurant „Le Cirque“ im Bellagio quasi der kulinarische Zirkusdirektor. So ein Restaurant haben wir auf der ganzen Welt noch nicht gesehen: Man fühlt sich wie in der Manege eines Zirkus. Sehr modern, sehr bunt – perfekt in Szene gesetzt vom berühmten Designer Adam D. Tihany. Und das Genialste: Man blickt direkt auf die berühmten „Fountains of Bell-agio“, ein wahrlich beeindruckendes Wasserspektakel, das es meinem Boss angetan hat. Da erwacht wohl das Kind im Manne.

Normalerweise gibt das „Le Cirque“ seine Vorstellung des Tages erst ab 17.30 Uhr. Aber David Werly macht eine Ausnahme und kredenzt uns bereits am Vormittag seine Signature-Gerichte wie angebratenes Foie gras oder Wolfsbarsch auf einer Pinot-Noir-Reduktion. Einen Stern vergibt Michelin für Leistungen wie diese. Wir befinden: extrem unterbewertet. Werly vollführt im „Le Cirque“ kulinarische Artistik. Nicht nur das Essen, sondern auch der Service, der fachlich perfekt und mit Charme durch das kulinarische Schauspiel führt, ist mindestens zwei Sterne wert!

Tag 5, 15 Uhr – Mozen: GROSSES KINO
Wohlgestärkt machen wir auf dem Weg zum „Mandarin Oriental“ einen kleinen Shopping-Abstecher in das benachbarte City Center. Versace neben Gucci und Prada. Purer Luxus. Ich beschließe, heute Abend im Casino noch fett abzuräumen und mit gefüllten Taschen in dieses Shopping-Paradies zurückzukehren. Doch zuerst geht es in das „Mandarin Oriental“, das neben dem 3-Sterne-Tempel „Twist by Pierre Gagnaire“ auch das „MOzen“ beheimatet, das wir uns als feinen „Zwischenimbiss“ für den Nachmittag vorgenommen haben. Die Einrichtung ist anders als erwartet, nicht Asia-Style, sondern sehr urban und modern. Wir nehmen an der Theke Platz und lassen den Sushi-Meister seine Favourits zubereiten. Es folgt ein Feuerwerk an Kreativität, gepaart mit handwerklicher Perfektion. Wir genießen schweigend vor Ehrfurcht Kreationen wie „Spider Roll“ oder „Honigente Magret“ und vergessen dabei beinahe, die Gerichte zu fotografieren und uns Notizen zu machen.

Tag 5, 18 Uhr – Restaurant Joël Robuchon: Ein Absolutes Muss
25 Michelin-Sterne glänzen über den 19 Restaurants, die Joël Robuchon rund um den Globus betreibt. In Las Vegas hat sich der Franzose im schicken „MGM Grand“ gleich zweimal einquartiert: das „L‘Atelier Joël Robuchon“ und das 3-Sterne-Restaurant „Joël Robuchon“ finden sich hier Tür an Tür. Der 3-Sterne-Tempel wird der krönende Abschluss unseres Vegas-Auftenthalts.

Es ist eine andere Welt. Hinter uns geht die Tür zu und wir sind mit einem Schlag Teil eines großen Schauspiels: Perfekt abgestimmte Gerichte wie der „Norwegische Hummer mit Trüffel-Ravioli und gehacktem Kohl“. Entertainment auf höchster Ebene. Die Auswahl an 20 verschiedenen Petit Fours geben mir den Rest. Mein Fazit: Robuchon in Las Vegas ist ein kulinarisches Muss!
Letzter Versuch am Roulettetisch: Ich setze alles auf die 9. 9 kommt tatsächlich! Somit verlasse ich Vegas nicht nur mit kulinarischem Gewinn. See you in Miami!

Miami

Lenny Kravits in der suite über mir und das beste asiatische Restaurant Floridas

Wir landen in Miami! Und ich darf zugeben: Wir sind bereits etwas gezeichnet von unserer Reise quer durch die Staaten. Nicht nur unsere Koffer haben an Gewicht zugelegt. Hinter uns liegen rund 14.700 Kilometer,
3 Weltstädte, 13 Restaurants und 98 Gänge. Ich habe überdies beschlossen, in den nächsten Wochen gänzlich auf Nahrungsaufnahme gänzlich zu verzichten.

Tag 6, 13.00 Uhr – THE Setai: Lenny Kravits über mir
Merkwürdig ist die Tatsache, dass ich in Miami plötzlich eine Suite im selben Stockwerk wie mein Boss abstaube. Worüber ich mich natürlich in keinster Weise beschweren will. Im Gegenteil: Ich freue mich nun wie mein Boss in New York über die Gitarre von Mick Jagger.

Nun sind wir also in Miami, die Stadt der Traumstrände und die Stadt der Traumhotels. Unseres ist das „The Setai“ an der Collins Avenue direkt in Miami South Beach. Ein asiatisches Haus, überhäuft mit Dutzenden Auszeichnungen vom „Schönsten Hotel“ bis zum „Most sexiest Hotel“. Das Konzept im „Setai“ ist wirklich einzigartig: Von außen ein sehr unscheinbarers Haus, aber drin eröffnet sich eine Welt, die Asia-Stimmung pur vermittelt. Wir haben unsere Zimmer in der 7. Etage, ein Stockwerk darüber hat Lenny Kravits sein Tonstudio,

Stammgäste im Setai sind zum Beispiel Madonna oder Boris Becker. Draußen laden drei unterschiedliche Pools zur Abkühlung ein. Mit einem Wort: Hier lässt es sich aushalten! Und mit einem zweiten Wort: Hier lässt es sich auch vortrefflich speisen. Einen Tag müssen wir noch „durchbeißen“ – also sehen wir uns mal das „Setai Restaurant“ an.

Tag 6, 19.30 Uhr – The Setai Restaurant
Wie man vielleicht schon herausgelesen hat, ist Essen eines meiner größten Hobbys und ich bin wirklich gut darin! Essen ist ebenso eine der wesentlichen Kompetenzen, die man für diesen Job mitbringen muss. Aber schön langsam wird es selbst mir zu viel. Trotzdem fällt mir ein weiteres Diner leicht: Denn das „Setai Restaurant“ ist mit Sicherheit eines der besten asiatischen Restaurants, die Florida zu bieten hat. Unsere Tischpartner heute Abend sind der General Manager des „Setai“, der gebürtige Deutsche Hansjörg Meier, sowie Tony Egger, der Corporate Executive Chef der Luxus-Traumschiffflotte „Seabourn“. Zu viert erleben wir eine atemberaubende Darbietung. Das Besondere: Hier werden landestypische asiatische Spezialitäten aufgetischt und dazu werden die Köche aus den jeweiligen Regionen nach Miami geholt. Ein chinesischer Koch macht Nudeln, ein indischer bäckt Brot, ein Japaner bereitet Sushi zu. Jedes Jahr wechseln die Köche, um die Küche jung zu halten und mit immer neuen Ideen zu bereichern. Unser Favorit: der in Miso-Paste geröstete schwarze Kabeljau mit gegrilltem Spargel, Miso-Butter und Enten-Ei. Alles im Slow-Cooker zubereitet. Der Hammer! Den Abend lassen wir in aller Ruhe an der Bar ausklingen.

Morgen, am Tag 7, steht noch ein Meeting mit dem schillernden Barton G. an, der die ehemalige Versace-Villa zum Luxushotel ausgebaut hat (Seite 31-34) und dann geht es zurück in die Heimat. Im Gepäck Hunderte Fotos und Videos von den Gerichten, seitenweise Notizen von den Eindrücken und Erlebnissen und die Qual der Wahl, welche Köche wir für unser GourmetReise-Festival im Juni 2011 verpflichten werden.

Sie dürfen jedenfalls gespannt sein …

It’s All about Decadence the Villa by Barton G.:

Das Hrdonistische Erbe von Gianni Versace in Miami Beach

Liebliche Nymphen, spärlich bekleidete Jünglinge und die Medusa lustwandeln in den Räumen der Casa Casuarina am Ocean Drive Nummer 1160. Sie sprühen vor Lebensfreude und Jugend. Das Leben ein immerwährender Freudentanz, verewigt in Abermillionen bunt glitzernden Mosaiksteinchen, einige davon aus 24-karätigem Gold, andere aus Achat, Onyx und Lapislazuli.

Ihr Schöpfer: Gianni Versace, genialer Modezar mit Hang zu überbordener Farbenpracht und Faible für griechisch-römische Mythologie. Seine Villa in Miami Beach, bereits seit ihrer Erbauung 1930 glamouröser Treffpunkt für Kunst, Kultur und ausgiebige Feiern. Im Gegensatz zu der Art-déco-Nachbarschaft ist sie dem Haus von Christopher Kolumbus Sohn Diego nachempfunden, dem Alcázar de Colón in Santa Domingo. Zu vollendeter Dekadenz führt sie jedoch Gianni Versace, der sie 1992 für 2 Millionen Euro ersteht und zu einem Vielfachen in ein privates Theater der Opulenz verwandelt. Badewannen aus Gold, eine eigene Sternwarte, ganz in Hellblau gehalten, das Bett mit einer Breite von über drei Metern und einige der Suiten speziell auf treue Hausgäste wie Elton John, Cher und Madonna zugeschnitten. Versaces Hedonismus wird zum Inbegriff des Stils der Superlative.

Doch mit dem 15. Juli 1997 fällt der Vorhang für Gianni Versace. In den frühen Morgenstunden wird er auf dem Treppenabsatz seiner Villa erschossen. Die Casa Casuarina wird schlagartig zu einem der meistfotografierten Gebäuden der Welt und versinkt dennoch im Dornröschenschlaf. Der Palast steht lange leer, wird schließlich zum teuren Privatclub und gipfelt 2008 in einer Art Museum, in dem in Versace-Outfits gehüllte Damen durchs Haus führen.

Doch nun hat die Casa Casuarina einen Verbündeten gefunden. Barton G. Weiss, einer der erfolgreichsten Restaurateure Miamis und schillernde Persönlichkeit der Gastroszene, ruft als schwerreicher Faun die Nymphen wieder zum Tanz. Binnen drei Monaten renoviert er das Haus mit Originalen aus Versaces Besitz und garniert das Anwesen mit Eigenstücken, die sich perfekt in das üppige Design fügen. Die „Villa by Barton G.“ erwachte im März 2010 zu neuem Leben.

Und damit auch der von Versace gepflegte Prunk. Das unüberdachte Entrée ist mehr ein luxuriöser Patio mit Springbrunnen – jedoch ohne Rezeption. Für ein Hotel ungewöhnlich, für die „Villa by Barton G.“ nicht. Wer hier eincheckt, dem wird ein eigener Personal Manager zur Seite gestellt. Bei diesem gibt man bereits am Flughafen mitsamt seinem Gepäck auch seine Sorgen für die reservierte Zeit in der Luxusoase am Ocean Drive ab. Denn der Personal Manager ist ein englisch ausgebildeter Butler und 24 Stunden auf Abruf für den betuchten Gast zu Verfügung. Er ist es auch, der den Tisch für das Dinner immer in einer anderen Umgebung deckt: in der Sternwarte, dort, wo Tom Cruise um die Hand von Katie Holmes angehalten hat, neben dem Pool oder man speist in der Suite. Wer eine Woche hier residiert, isst keine zweimal an der gleichen Stelle.

Geschmacksmischung
Ab 1560 Euro pro Nacht bewohnt man eine von zehn der insgesamt 14 ganz nach der opulenten Geschmacksmischung
Versace-Barton G. eingerichteten Suiten. Für 4000 Euro pro Nacht bezieht man das Highlight des Hotels, auch was die farbige Ausstattung betrifft: die „Villa Suite“, das vor satten Farben und überschwänglichem Luxus berstende Privatschlafzimmer von Gianni Versace. Die orange-türkis leuchtende Tagesdecke mit einer Größe von knappen acht Quadratmetern bedeckt das über drei Meter breite Bett, die mit schwerem Brokat eingerahmten Fenster geben den Blick auf den Ozean frei und das Badezimmer ist gänzlich aus Marmor, mit Ausnahme der Doppeldusche, diese ist vergoldet. Ein Raum, ganz nach dem Motto von Gianni Versace: „It’s all about Decadence.“

Terrasse mit Goldsplitter
Ein Blick auf dieses „Kronjuwel“ der Exzentrik wird jedoch nur jenen gewährt, die auch tatsächlich eine Suite gemietet haben. Für die Touristen, die sich täglich vor der Villa einfinden, ist bereits beim gusseisernen, mit goldenen Medusaköpfen beschmückten Tor – das Markenzeichen von Versace – Schluss. Was die Passanten aber nicht hindert, Bilder von sich auf der Treppe zu machen, dort, wo Gianni Versace in den Armen seines Lebensgefährten Antonio D’Amico starb.

Es gibt aber eine Ausnahme, in die Casa Casuarina zu gelangen, die jedoch von langer Hand geplant werden sollte: Die „Villa by Barton G.“ verfügt über ein Gourmetrestaurant, den „Dining Room“. Bei der Reservierung von einem der 30 Tische, unbedingt einige Wochen vor dem Tag X, wählt man zwischen zwei gleichermaßen verlockenden Locations: der Terrasse über dem Pool, in dem die Goldmosaiksteinchen unvergleichlich funkeln, und dem ehemaligen Speisezimmer des italienischen Modegurus.

An welchem Tisch man auch die etwa 350 Euro für sechs À-la-carte-Gänge in die noble Serviette schlägt, serviert wird in jedem Fall auf den berühmten Rosenthaltellern in Versace-Design. Doch es wäre nicht das Vermächtnis Gianni Versaces, wenn das Dinner selbst nicht mit einer Inszenierung begänne: Die Speisekarte wird in einem versiegelten Umschlag zum üppig gedeckten Tisch gebracht, die Weinkarte auf einem Stehpult mit Leselampe.

Barton G. weiß, welches Erbe er mit dem Kauf der wohl buntesten Villa der Welt antrat. Seine Ambitionen sind daher nicht minder spektakulär: „Das, was das ‚Plaza‘ für New York ist, wird die ‚Villa by Barton G.‘ für Miami!“

The Villa by Barton G.
1116 Ocean Drive
Miami Beach, FL 33139
Tel.: +1 305/576 80 03
info@thevillabybartong.com
www.casacasuarina.com

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