Tipps des Monats

BRUSSELicious 2012

Brüssel zum Anbeißen

Im Jahr 2012 ist Brüssel zum Anbeißen - im wahrsten Sinn des Wortes. Das diesjährige Fein-
schmeckerjahr verspricht kulinarische Freuden und eine spannende Aus-
einandersetzung mit der vielfältigen Küche der EU-Hauptstadt. Dazu gehören u.a. die Klassiker "Moules & frites", Waffeln und Weinbergschnecken, aber auch Neuinterpretationen innovativer Küchenchefs, die unglaubliche Kreativität der vielen Chocolatiers und nicht zuletzt das "savoir vivre" der Brüsseler.

Neue, außergewöhnliche und innovative Events bilden zusammen mit der lebendigen Gastronomie "Brusselicious" - das Jahr der Gastronomie.

Mehr Infos zu dieser Veranstaltung finden Sie auf www.flandern.at.

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Dubai: Der Glamour des Geldes

Das muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen. In einem kleinen Wüstenstaat wie Dubai – für alle Länder der Emirate, sowie das politisch und touristisch nahe Qatar gilt dasselbe – lebt eine Hand voll Einheimische, sie bilden 20 bis maximal 30 Prozent der Bevölkerung. Alle anderen sind Fremdarbeiter. Von den Philippinern, Indern und Pakistani, die Straßen bauen und Wolkenkratzer hochziehen, bis zu den Europäern und Amerikanern, die sich als hoch bezahlte Experten um Erdgas, Erdöl und alle anderen geschäftlichen Belange kümmern. Jede Firma gehört zumindest 51 Prozent einem Emirati, die wiederum alle irgendwie mit den diversen Herrscherfamilien verschwägert oder zumindest befreundet sind. Also hat es hier niemand wirklich notwendig zu arbeiten. Das BIP pro Kopf beträgt rund 30.000 – 40.000 US-$, die Wirtschaft wächst jährlich um 10 bis 20 Prozent, die meisten Dollar-Millionäre weltweit leben in den Emiraten, Steuern und Abgaben sind weitgehend unbekannt, das Gesundheitswesen ist erstklassig und kostenlos, die Sicherheit sehr hoch.

Der Reichtum kam über diese Länder wie ein warmer goldener Regen quasi über Nacht und katapultierte sie vom Mittelalter geradewegs ins 21. Jahrhundert. Die Großväter saßen noch in kargen Hütten aus Palmstroh oder in dunklen Nomadenzelten aus Ziegenhaar. Sie beschäftigten sich mit der Viehzucht und der Piraterie, wenig später mit der Perlentaucherei, jedenfalls bis zu dem Zeitpunkt, als die Japaner die Zuchtperlen erfanden. Und bevor es für sie finanziell eng zu werden begann, kam das Erdöl. Die Scheichs der verschiedenen Clans entwickelten sich blitzschnell zu gewitzten Verhandlern und cleveren Geschäftsleuten. Sie verkauften ihre Ressourcen nicht, sondern sie kauften – und tun das bis zum heutigen Tag – das notwendige Know-how. Und sie sichern sich noch ein paar andere krisensichere Einnahmequellen wie die IT-Branche, das Offshore-Business und den Tourismus, sollten das Erdöl und das Erdgas einmal zur Neige gehen, was in ein paar Jahrzehnten der Fall sein wird.

Alles Gold, was glänzt. Dubai (rund 200.000 Einheimische, 900.000 Gastarbeiter) ist eines der besten Beispiele dieser atemberaubenden Entwicklung und auch nach dem dritten Besuch immer noch faszinierend. Der wohl bekannteste aller Emirate-Staaten bietet Sonnenschein das ganze Jahr über, ein warmes, badefreundliches Meer ohne behindernde Korallenriffe vor dem 50 Kilometer langen, breiten Sandstrand und die wohl spektakulärsten Hotels dieser Welt – das alles rund sechs Flugstunden von Europa entfernt. Gäste werden mit allen Wohltaten verwöhnt, die hier einfach selbstverständlich sind. Sie erholen sich in grandiosen Gartenarealen, baden in riesigen Poollandschaften, spielen Golf auf beispielhaften Plätzen, können jeden erdenklichen anderen Sport betreiben, profitieren von einer geradezu unvorstellbar guten Hotellerie, essen in Restaurants, die die Küchen der ganzen Welt anbieten. Alkohol ist hier auch keine Thema, Hotels und spezielle Restaurants haben eine Lizenz. Und wenn das irgendwann langweilig oder selbstverständlich wird, dann sollte der bewusste Tourist bedenken, dass sich hier vor kurzem noch eine staubige, steinige, unerträglich heiße Wüste befunden hat und sonst nichts. Alles, aber auch wirklich alles, ist durch menschliche Hand entstanden mit Hilfe von sehr viel Wasser und noch mehr Geld.

Aber es gibt ja noch viele andere Lustbarkeiten. Zum Beispiel einen Einkaufsbummel in den großen Malls, wo alle Luxusmarken dieser Welt zu relativ niederen Preisen (Stichwort keine Steuern und Zölle) angeboten werden. Die einheimischen Ladys, die man hier antrifft, sind sehr oft verschleiert, alte Damen tragen noch die goldene Gesichtsmaske. Sie beim Einkauf zu beobachten, ist interessant, das Beste vom Besten ist gerade gut genug, nur das Teuerste kommt in Frage. In traditionellen Familien bekommt das dann nur der Ehemann zu sehen, die weibliche Familie und die besten Freundinnen und wenn man sehr viel Glück hat, auch eine befreundete Ausländerin. Chauffiert werden die Damen in Limousinen mit verdunkelten Scheiben. Mehrere Autos für jede sich bietende Gelegenheit zu besitzen, ist eine Selbstverständlichkeit, immer die besten Marken, immer das neueste Modell, sehr oft Spezialanfertigungen. Der tägliche Verkehrsstau in der City ist somit eine lästige, noch nicht gelöste Tatsache, obwohl dauernd neue Straßen gebaut werden. In der „Mall of the Emirates“ steht die staunende Österreicherin dann vor einer Skipiste und sieht mit leisem Lächeln, wie sich die Söhne der Wüste im Schnee vergnügen. Die authentischen Vergnügungen sehen aber anders aus.

Ganz oben auf der Hitliste der teuersten und beliebtesten Hobbys der Einheimischen stehen Falken, die übrigens in die Flugzeugkabine mitgenommen werden. Gejagt wurde einst zu Pferd, heute eher vom speziell angefertigten Four-Wheel-Drive aus. Da fahren die jungen Burschen - der Kollege hat sich mit einem der Männer angefreundet – irgendwohin in die Wüste, hinten auf der Stange sitzen die Vögel, in vielen Schachteln rumort es geheimnisvoll. Zuerst wird eingehend telefoniert, jeder besitzt zumindest zwei Handys und benutzt sie ununterbrochen. Sie haben die Gebetsketten, die nur noch die Alten in der Hand halten, weitgehend abgelöst. Dann irgendwo „in the middle of nowhere“ der Treffpunkt. Aus den Schachteln kommen allerlei Kleintiere, die zu flüchten versuchen. Der Falke schlägt zu und das geht so weiter, bis keine Beutetiere mehr da sind. Weniger grausam und sehr typisch sind die Kamelrennen in den Wintermonaten. Die speziell gezüchteten Tiere sind Prestigeobjekte, für ihr Kraftfutter verwandeln sich weite Wüstenflächen in grüne Wiesen und Kleefelder. Trainiert werden sie von Spezialisten aus dem Ausland, geritten von leichtgewichtigen südostasiatischen Buben. Auf der Tribüne sitzen die Scheichs auf weichen Sofas, die ausländischen Besucher haben ihre Logen und das Volk nimmt auf der Wiese Platz. Wetten sind zwar offiziell verboten, aber irgendeinen Ausweg haben sie sicher gefunden, es war nur nicht in Erfahrung zu bringen. Die Rennen selbst sind für Nichteingeweihte ziemlich langweilig, die Bahn ist sehr lang, die meiste Zeit sieht man nichts und galoppierende Kamele mit Kindern auf dem Rücken sind auch eher unschön. Pferde gehören zu den höchsten Statussymbolen in diesem Land und folgerichtig hat die Herrscherfamilie Al Maktoum die besten, schönsten und schnellsten und das sollen sie auch zeigen und sich mit anderen messen. Ein Besuchstag im März während der höchstdotierten Rennen der Welt gehört somit zu den ganz besonderen Ereignissen im Scheichtum und sollte auch von ausländischen Gästen nicht versäumt werden.
Die Strandhotels liegen rund 20 bis 30 Kilometer von der City entfernt. Orientalischen Zauber aus 1001 Nacht bietet das Royal One & Only Mirage – alle Zimmer mit größtem Luxus und Meerblick. Die City selbst ist sehenswert, auch wenn kaum mehr etwas von der Vergangenheit zu spüren ist, am ehesten noch im rührend kleinen Museum. Figurinen stehen in dunklen Kulissen und erzählen von der harten Zeit vor 60 Jahren. Auch im Souk spürt man noch ein bisschen lokales Flair zwischen Gewürzen und Spezereien mit all den fremdartigen Gerüchen inmitten der Einheimischen und Gastarbeiter. Nebenan glänzt der Goldschmuck, der dem europäischen Geschmack nicht entgegenkommt, aber für manche arabische Frauen noch immer so etwas wie eine Lebensversicherung ist.
Gigantische Zukunftsvisionen. In den kommenden zehn Jahren wird das Land umgebaut, beim letzten Besuch die Überraschung schlechthin. Alles, inklusive des bis dato so berühmten Burj al Arab, wird dann fast bescheiden aussehen. Aus 50 Kilometer Strand werden 1500 Kilometer, möglich gemacht durch den Bau künstlicher Inseln. Das Gesellenstück „The Palm Jumeirah“ ist schon fertig und wird eben besiedelt. 2003 wurde es geplant, dann haben Deichbauer aus Holland sieben Millionen Tonnen Fels als Fundamente in Form einer Palme ins Meer gebracht, haben 94 Millionen Kubikmeter Sand darauf geschüttet, ein paar tausend Villen und Appartements wurden gebaut. Sie wurden alle innerhalb von drei Monaten verkauft, möglich gemacht durch ein neues Gesetz, das auch Ausländern Grundbesitz gestattet. Der Wasseraustausch im Inneren erfolgt im 24-Stunden-Rhythmus durch drei Öffnungen. An spektakulärster Stelle wird das Hotel „Atlantis – The Palm“ von Sol Kerzner thronen, die „Trump Cooperation“ wird 300 Meter hohe Hoteltürme in Diamantstruktur in den Himmel ­schicken.

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