Brüssel zum Anbeißen
Im Jahr 2012 ist Brüssel zum Anbeißen - im wahrsten Sinn des Wortes. Das diesjährige Fein-
schmeckerjahr verspricht kulinarische Freuden und eine spannende Aus-
einandersetzung mit der vielfältigen Küche der EU-Hauptstadt. Dazu gehören u.a. die Klassiker "Moules & frites", Waffeln und Weinbergschnecken, aber auch Neuinterpretationen innovativer Küchenchefs, die unglaubliche Kreativität der vielen Chocolatiers und nicht zuletzt das "savoir vivre" der Brüsseler.
Neue, außergewöhnliche und innovative Events bilden zusammen mit der lebendigen Gastronomie "Brusselicious" - das Jahr der Gastronomie.
Mehr Infos zu dieser Veranstaltung finden Sie auf www.flandern.at.
Glimmende Eichenblätter auf der in Tempura frittierten Fasanbrust, die Räume des 3-Sterne-Restaurants Alinea erfüllt von einem Duft, der nach Herbst und Unbeschwertheit schmeckt. Dabei habe ein Gast schon zu weinen begonnen, sagt die Legende. Wer es wissen muss, ist jener Mann, der sich für diese außergewöhnliche Kreation verantwortlich zeigt, Grant Achatz: „Es ist wahr. Eines Tages kam eine Dame zu mir in die Küche, Tränen rollten ihr aus den Augen und sie sagte, dass sie mein Gericht an ihre Kindheit erinnere. Nichts anderes wollte ich erreichen.“
Will man den bisherigen Werdegang des 36-Jährigen beschreiben, wären außergewöhnlich, beeindruckend oder gar fanatisch wohl zutreffende Attribute: Seine Zielstrebigkeit und sein Ehrgeiz wurden mit drei Michelin-Sternen bewertet. Das ist die höchste Auszeichnung des Guides in seiner Chicago-Ausgabe, die nur einem einzigen weiteren Gourmettempel, dem L2o, zuteil wurde. Eigentlich könnte Grant Achatz diese Dekorierung einen Grund zum Leisertreten geben. Doch er wollte mehr erreichen. Nicht einmal, als das Alinea unter die Top Ten der weltbesten Restaurants gekürt wurde und er somit zu einem der bedeutendsten Vertreter der Molekularküche wurde, fühlte er sich bestätigt. Immer auf der Suche, Gefühle, Emotionen und Erinnerungen in Gerichte zu verpacken, tüfteln er und sein Team in der Küche, die mehr einem Labor gleicht. In die Bestandteile zerlegen und neu erfinden, lautet seine Philosophie. „Wer sagt, dass Ei-Benedikt nicht in Kügelchen serviert oder Olivenöl von einem Stäbchen gegessen werden kann? Ich versuche in jeder Minute, die Welt neu zu entdecken“, erklärt der Chicagoer Sternekoch.
Fotos: Photographer Lara Kastner.