Hong Kong: Die „kochende“ Metropole

Hong Kong - Die Topadressen

Schlafen & Essen

in einem Hotel Oriental Mandarin Landmark mit stylisher MO-Bar, Top-Restaurant Amber, bestes Spa der Stadt. DZ ab 430 Euro. www.mandarinoriental.com

Hotel Island Shangri La

Grandioser Blick auf den Hafen. Essen mit Aussicht. Französisches Restaurant Petrus, im letzten Stock des Hochhauses. DZ ab 280 Euro. www.shangri-la.com

The Luxe Manor

Neues Boutique-Hotel im Shopping District Tsim Sha Tsui auf Kowloon. Italienisches Restaurant Aspasia, geführt vom Österreicher Roland Schuller. DZ ab 110 Euro
www.theluxemanor.com

Intercontinental Hongkong

Sieben Restaurants, darunter Nobu und Spoon von Alain Ducasse. Neu gestalteter Pool­bereich. DZ ab 180 Euro.
www.intercontinental.com

Peninsula

Der Klassiker seit 100 Jahren. Mit Hubschrauberlandeplatz und der größten Rolls-Royce-Flotte Hongkongs. Ein Muss: Bar Felix. DZ ab 345 Euro. www.peninsula.com

Tipp:

Der Kee Club kooperiert mit all diesen Hotels. Der Concierge organisiert den Eintritt in den ­Private Member Club von ­Christian Rhomberg.

Es ist Freitag und es ist wie immer an Freitagen in Hongkong: Die MO-Bar im Mandarin Oriental Landmark ist bis auf den letzten Platz gefüllt, die Liegebetten in der Hutong-Bar im 27. Stock des Hause One Peking Road sind alle belegt, im Dragon-i im Stadtteil Central fließt der Champagner in Strömen. Hongkong feiert. Nur in der Bar des Kee Clubs geht es ein wenig ruhiger zu, um nicht fast zu sagen gesittet. Schauspieler, Verleger, Millionäre, Designer, Models, alle drängen sich an der Ledertheke des Privatclubs. Nur wer Mitglied ist, darf in den Club. Mittendrin steht ein Mann, der sie alle kennt: Chris­tian Rhomberg. Er ist Besitzer des Clubs, in dem die 2000 wichtigsten Mitglieder der Hongkonger Gesellschaft ein und aus gehen.

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Hongkong hat sich als Kosmopolitische Power-Metropole völlig neu erfunden.
Schanghai glitzert nur, Hongkong leuchtet.

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Rhombergs Kee Club befindet sich in Long Kwai Fong, dem Ausgehviertel der Stadt. „Es ist so viel los hier, dass selbst wir Insider den Überblick verlieren“, sagt er. „Da gründen die Jungs vom Drop das Fine, die vom Jewel haben das Dojo und die vom Fly das Covar eröffnet.“ Allesamt Bars, „die überquellen von Hongkong-Chinesen und internationalem Publikum“, sagt er. Wer damals, vor zehn Jahren, bei der Übergabe an China sagte, Hongkong befinde sich auf dem Weg nach unten, hat sich kräftig geirrt. Der „duftende Hafen“ leuchtet so hell wie nie zuvor. „Die Stadt hat sich als Chinas kosmopolitische Power-Metropole neu erfunden “, sagt Rhomberg. „Schanghai glitzert bloß, Hongkong leuchtet“, fügt die Dame hinzu, die sich zu Rhomberg gesellt. Sie heißt ­Michelle Garnault, groß und weizenblond – für Chinesen ein Weltwunder, aber das ist sie gewohnt. Ihr gehören die ­Lokale M on the Bound und M at the Fringe. Beide zählen seit Jahren zu den Hot Spots der Highest Society in Hongkong. „HK ist das New York Asiens, es ist viel schöner und zivilisierter“, sagt sie, „in Schanghai gibt es nicht einmal ein vernünftiges Yogastudio“.

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Wer etwas von sich hält, geht in die Aqua-Bar und schaut den Herrn im Felix des Pensisula hotels beim pinkeln zu.

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In den letzten Jahren zog es zahlreiche neue Restaurants in die Stadt. Etwa Alain Ducasse und Nobu Matsuhisa. Beide residieren im noblen InterContinental Hotel in Koowlong – in ungewöhnlicher Nähe zueinander. Sitzt man im ersten Stock von Nobus Sushi-Lokal, schaut man den Gästen im Spoon von Ducasse in die Suppe – eine Galerie im Lokal macht das möglich. Zu verdanken haben die beiden Herren ihr Engagement dem Generalmanger des Hotels, Jean Jacques Reibel, der beide Herren kannte und sie in sein Hotel holte, dessen Generalsanierung dieser Tage abgeschlossen wurde.

Ein weiterer prominenter Zugang ist das Zuma des deutschen Chefkochs Rainer Becker, das bisher nur in London existierte und schon dort als bester Japaner der Stadt galt. Lokale wie das Aspasia im 2006 eröffneten Boutiquehotel The LuxeManor locken neues Publikum an. Darin steht Roland Schuller am Herd, ein Österreicher, der schon auf der Motoryacht „Christina Onassis“ gekocht hat. Richard Ekkebus kocht im Amber im Landmark Oriental so gut, dass das Lokal mittags und abends drei- bis viermal überquillt. Im Restaurant Petrus auf dem Dach des Shangri La Hotels thront der beste Franzose der Stadt. Und wer es genau wissen will: Im Restaurant Felix und der dazugehörigen berühmten Bar im Peninsula Hotel stehen die Herren am Glaspissoir und schauen dabei auf die Skyline der Stadt, die neuerdings im neu inszenierten Lichterspektakel ab Punkt acht Uhr abends glitzert. „Hipper ist nur, wer ins Aqua im 28. Stock des Hauses One Peking Road geht, gleich ums Eck des Peninsula“, sagt Rhomberg. „Dort schaut man auf das Felix und die Herren vom Fernblick-Pissoir hinab. „Zwar nur sprichwörtlich“, sagt er lachend, „aber wer etwas sein will in dieser Stadt, nimmt auf solche Freiheiten Rücksicht.“ Zurück zu Rhomberg. Bevor er den Club vor fünf Jahren gründete, prägte er bereits 20 Jahre lang das Nachtleben der Stadt. Er ist 1981 direkt nach seinem Wirtschaftsstudium als zweiter Handelsdelegierter Österreichs in die britische Kronkolonie gekommen. Nach einem Jahr wurde ihm das zu langweilig, er wechselte in die freie Gastronomenszene – mit großem Erfolg. Das ging so bis 1997. Kurz vor der Übergabe an China nutzte er die letzten Züge des Finanzhochs in Asien und verkaufte alle Läden und Immobilien. Danach zog er sich einige Jahre zurück, um sich vom Geschäft zu erholen. Bis er auf die Idee des Kee Clubs kam.

Hong Kong Shoppinging-Tipps

Antiquitäten und Galerien. Hongkongs Hollywood Road ist voll von Geschäften mit antiker und zeitgenössischer Kunst. Die besten Namen: 10 Chancery Lane Gallery, Asia Art Archive, Plum Blossoms Gallery, Altfield, The Antique Box.
Chinoise Chic. Wunderschöne Mode von modernen asiatischen Designern gibt es bei Shanghai Tang, Pedder Building 12, Central und bei Blanc de Chine im selben Haus. Auch gut: Vivienne Tam, Pacific Place.
Factory Outlets. Luxus gibt es auch günstiger in Hongkong. Im Pedderbuilding in Central. Die Musts: Hi-Moda, St. Regis/Safari. Auch gut: das Joyce Warehouse am Horizon Plaza.
Die besten Shoppingmalls: Festival Walk in den New Territories, die Harbour City am Hafen, The Landmark in Central, Lane Crawford in der Queens Road, das Pacific Place und das Sogo in Causeway Bay.

Hongkongs Private Kitchen

Essen ganz privat

Privat Kitchens tauchten erstmals nach der Übergabe 1997 an China auf. Viele verloren ihre Jobs und begannen in ihren Privatwohnungen für Gäste zu kochen, die dafür bezahlten. Rund 200 ­Private Kitchens sind in Hongkong noch zu finden. Drei Beispiele in drei Preisklassen.

Yellow Door Kitchen

Eine winzige Private Kitchen mitten im Stadtteil Central. Eine der ersten Private Kitchen, die Ende der 90er-Jahre eröffnet wurde. Sichuan-Küche. Jeden Tag geöffnet. 6/F, 37 Cochrane Street, BoHo, Central. Tel.: +852/ 28 58 65 55, yellowdoorkitchen.com.hk

The Playground

Walter Kei´s berühmt-berüchtigte Private Kitchen auf Hongkong Island. Holztisch, nackter Zementboden, antike Steinfiguren. Kei ist Interior-Designer, hat eine eigene Kochsendung. Er kocht „Modern Chinese“. Block B, 5F, Unit 10, Ming Pao Industr. Central, 18 Ka Yip Street, Chai Wan. Tel.: +852/81 18 56 25.

Private H

Harlan Goldstein betreibt sechs Restaurants und Bars in Hongkong, darunter das Private H. Platz für 14 Personen. Butlerservice, Harlan kocht selbst. 200 Weine aus aller Welt. Sauteuer, aber es wirkt. Tel.: +852 2805 0638.

Entworfen hat Rhomberg den Club als Mischung aus einer Pariser oder Berliner Wohnung des frühen 20. Jahrhunderts und einem zeitgenössischen Kunstraum. Bei einem Rundgang erkennt man schnell, dass Rhomberg mit dem Club – ähnlich wie Sven Väth in Frankfurt mit dem Cocoon – versucht, eine Nachtlebenalternative für Leute in den Dreißigern und Vierzigern aufzuzeigen. Analog zum Cocoon kann der Kee Club mit Gianluigi Bonelli einen exquisiten Starkoch aufbieten.

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Zwei Millionen Dollar kosten 100m2 Wohnfläche auf dem Berg The Peak. Das ist doppelt so viel wie vor zwei Jahren.

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Tags darauf: Bei einem „Yin Yeung“ – halb Kaffee, halb Milchtee – im Stadtviertel Mongkog, voll mit Märkten und Local Food, Garküchen und gefälschten Designertaschen, vermeldet die South China Morning Post Skurriles: Mit einer ungewöhnlichen Maßnahme leisten Hongkongs Restaurants einen eigenen Beitrag im Kampf gegen die wachsenden Abfallberge: Seit einiger Zeit drohen sie ihren Kunden mit Strafe, wenn diese ihre Teller nicht leeren. Wer nicht aufesse, werde mit einer Gebühr von bis zu 20 Hongkong-Dollar (etwa 1,90 Euro) belegt. Das ist Hongkongs zweite Seite, auf der es nicht glitzernd leuchtet. Die ehemalige britische Kronkolonie hat derzeit große Probleme mit der Abfallentsorgung, da es keinen Platz für neue Müllkippen gibt. Allein die Restaurants der Sieben-Millionen-Stadt werfen täglich 700 Tonnen Speisereste weg.

„Rund 10.000 Restaurants gibt es“, erklärt Reiseführer Fred, der früher Polizist war und nun sein Geld neben der Fremdenführerei mit Versicherungsverkauf und Gebrauchtwagenhandel verdient. „Ansonsten könne er sich das Leben in Hongkong nicht leisten.“ Zwei Millionen Dollar kosten 100 m2 Wohnfläche auf The Peak. „Doppelt so viel noch wie vor zwei Jahren“, sagt er. Fred zeigt sein Hongkong: South und North of Hollywood Road – die Gegend entspricht gar nicht der urbanen Hightechinszenierung. Die Häuser haben Patina, sie sind maximal fünf Stockwerke hoch. Auf der Elgin Street teilt eine mobile Küche Schüsseln mit Nudeln aus, daneben hockt ein Greis vor seiner Singer-Nähmaschine und näht Hosen um. In der Peel Street quirlt der Wochenmarkt, verkauft werden Gemüse, frische Fische und 1000-jährige Eier. Abends führt er uns vor die Stadt, zum Fischmarkt von Lee Ju Moon – mit Plastiktischen, warmem Dragon-Bier und frischem Fisch aus dem Aquarium. „Auch hier leuchtet die Stadt nur so, wie wir Chinesen sie kennen“, sagt er, „und mögen.“

Best of the Best in Hongkong

Der ,Best of the Best Culinary Award?’ Nein, das ist kein schlichter Kochwettbewerb, es ist das Treffen der besten chinesischen Köche der Stadt.“ Susan Jung muss es wissen, sie ist die Gourmetjournalistin der South China Morning Post und somit eine der den Geschmack angebenden Esserinnen Hongkongs.

Monate vor dem Wettbewerbstag müssen sich die Köche einer zwölfköpfigen internationalen Jury stellen. Zehn Köche qualifizierten sich heuer für den ersten Teil, das „Hongkong-Legends“-Finale. Im zweiten Teil des Wettbewerbes wählte die Jury sechs der besten chinesischen Köche der Stadt aus rund hundert Bewerbungen aus. Sie mussten in drei Stunden aus einem Tisch voll mit Fleisch, Gemüse, Fisch und Obst ein viergängiges Menü zaubern – der innovativste gewann. Susan Jung ist mit der Jurywahl dieses Jahres sehr zufrieden. Drei Köche haben die höchste Auszeichnung, den „Gold with Distinction-Award“, erhalten. „Das Tai Woo-Restaurant mit dem Koch Chan Wai Man zählt seit Jahren zu den besten der Stadt.“ Das sehe man auch im Restaurant im Stadtviertel Causeway Bay, so Jung. „Wer die Stufen in den ersten Stock hinaufgeht, sieht die dutzenden Medaillen, die Chan Wai Man schon gewonnen hat“, sagt Jung. Ebenso wie der Chefkoch Wong Wing Keung vom Star Seafood-Restaurant und Li Pan Shan vom Guangzhou Garden. „Li Pan Shans Sieg freut mich besonders, er führt ein kleines, neues Lokal im Stadtteil Mongkog, von ihm wird man noch viel hören.“

Drei weitere sind ihr in den Wertungen der Jury besonders aufgefallen: „Wäre ich Gast in Hongkong, würde ich wegen der Shrimps und der weißen Nudeln in den Shanghai Garden im Stadtteil Central gehen, dann Sha Tsui (gefüllte Shrimps) bei Cheung Fuk Chui im Dong-Restaurant bestellen und das Lucky House Seafood Restaurant von Tang Chi Kai besuchen.“ Wo sie sonst noch essen geht, fragen wir. „Ins neue Sushi Kuu und das Xi An Tastes. Ein alter Favorit von mir ist auch das Tribut, bekannt für kalifornische Küche.“ Und ihr Lieblingsgericht in der Stadt? „Schwierig“, sagt sie. „Ich brauche ein Congee (Reissuppe) am Morgen. Sonst fängt der Tag schon schlecht an.“
www.hktb.com

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