Test: Prickelndes Abenteuer Champagner

Champagner gilt als „Kreativitätskatalysator“, als Stimmungsmacher, Ausdruck für Lebensstil und Türöffner für erotische Abenteuer. Nicht umsonst spricht man von „Champagnerlaune“, prickelnder Erotik oder perlender Lust ... Wir lüften für Sie das Geheimnis „Champagner“, versorgen Sie mit allen Tipps für den gelungenen Genuss zu zweit und haben eine Blindverkostung mit 9 Sommeliers zur Kür des besten Champagners für Sie veranstaltet.

Geschichtlich war einer der Ersten, die Schaumweine produzierten, ein gewisser Dom Pérignon – ein Mönch und Keller-meister in der Abtei von Hautvilles de Champagne im 17. Jahrhundert. Er kämpfte eigentlich gegen die zweite Gärung in seinen Flaschen – kam dann doch auf den Geschmack. Der Überlieferung nach soll er ausgerufen haben: „Brüder, kommt schnell, ich trinke Sterne!“. Wenn auch nicht wahr, ist diese Legende zumindest gut erfunden! Es ist eine der frühen Dokumentationen über das Panschen von Weinen, darüber, dass Wein mit Zucker versetzt wurde.

Doch schon Jahre zuvor tauchten erste Berichte in englischen Dokumenten und Gedichten (1667) auf. Die Engländer hatten bereits Glasflaschen und Korken, die dem Gärdruck standhielten. Das war 70 Jahre, bevor in Frankreich das erste Champagnerhaus gegründet wurde. Die Bezeichnung Sekt stammt vom lateinischen „siccus“ (trocken) ab und wurde in Deutschland amtlich festgelegt, als nach dem Versailler Vertrag die Bezeichnung „Champagner“ nicht mehr erlaubt war. Andere Quellen wiederum sprechen von einem Übersetzungsfehler bzw. einer Eindeutschung des englischen Wortes „sack“, eine alte Bezeichnung für Süßwein.

Nachdem Barbe Nicole Cliquot Ponsardin im Jahre 1805 das Champagnerhaus Veuve Cliquot nach dem Tod ihres Gatten übernommen hatte, entwickelte sie als Frau die noch heute gebräuchliche Methode des Handrüttelns zur Klärung des Champagners von Gärungs- bzw. Heferückständen.

Gegenwärtig tauchen Champagnermarken in James-Bond-Filmen („Dom Pérignon 1952“, in älteren James-Bond-Filmen mit Sean Connery) über „Mumm“ bei der Siegesfeier von Formel-1-Rennen bis hin zu „Veuve Cliquot (Yellow Label)“, „Moet & Chandon“ und „Pommery“ als Aufputz fast jeder Bar für ein besonderes Lebensgefühl auf. Sekt, Champagner, Spumante oder Cava – alle werden offiziell als Schaumweine (frz. „Vin mousseux“) bezeichnet. Bei der Umwandlung von Most zu Wein wird durch Beigabe von Zucker („Fülldossage“ nach der ersten Gärung) als „Nahrung“ für die Hefen eine zweite Gärung in Gang gesetzt. Die entstehende Kohlensäure verbleibt im Wein. Diese Gärung kann preiswert im großen Tank („Methode charmat“) oder aufwändiger und teurer in der Flasche („Methode champenoise oder traditionelle“) erfolgen.

Das Getränk muss in der Flasche einen Überdruck von mehr als drei Bar erzeugen. Das bedeutet, dass der Verschluss durch eine Haltevorrichtung gesichert werden muss und damit Sektsteuer fällig wird. Ist die Kohlensäure künstlich zugesetzt oder der Druck in der Flasche niedriger, heißt das Erzeugnis „Perlwein“; ein typischer Perlwein ist der Prosecco frizzante.

Der Champagner, das Essen und die Liebe

Selbstverständlich gilt Champagner als klassischer Aperitif. Entweder pur oder mit Fruchtsäften gemischt. Ein erfrischender „Bellini“ (Champagner mit Pfirsichmark) kann als Aperitif wahre Wunder in einer lauen Sommernacht bewirken. Champagner eignet sich ebenso hervorragend als Begleitung für Schalen- und Krustentiere sowie für viele Fische. Ebenso lässt sich auch Gänseleber hervorragend zu Champagner kombinieren. Süßere Champagnervarianten passen auch hervorragend zu Obst und Desserts. Als klassische Getränkeumrahmung eines Sekt- oder Champagnerfrühstücks, kombiniert mit Räucherlachs, Austern, Kaviar, Hummer, Langusten oder Seezunge, kann der perlende Muntermacher selbst den größten Morgenmuffel mit Motivation für den (meist etwas später) angebrochenen Tag versorgen. Ein Champagnerfrühstück gilt gerade im Sommer als willkommene Abwechslung und Auftakt eines romantischen Wochenendes zu zweit. Aber auch jenseits von Frühstück oder Abendessen passt Champagner hervorragend zu z. B. frischen Erdbeeren: Ein Snack, der am besten im Bett und als Fingerfood genossen wird. Champagner lässt sich in vielen Varianten wunderbar in den gelungenen Abend zu zweit integrieren. Ein Champagner sollte ab und zu das Leben „adeln“, den grauen Alltag unterbrechen. Sich der Freude am Geschmack, der Tradition und dem perlenden Gefühl auf der Zunge hingeben.

Der große GourmetReise Champagner-Test

37 Champagner stellen sich einer 9-köpfigen Jury in der Blindverkostung.

Die Verkostung im fashionablen „Korso“ (Hotel Bristol in Wien) hat aller-dings einmal mehr gezeigt, wo die Schwierigkeiten mit der kapriziösen Edelbrause liegen: üppig, reif, aldehydig, feinfruchtig, weinig, säurebetont, filigran, deutlich restsüß, pufftrocken. So faszinierend die Vielzahl der Stile sein mag, zu einem klaren Geschmacksbild beim Konsumenten tragen sie wenig bei. Die Hausmarke, der verlässliche Importeur, die Beratung im Fachhandel, organisierte Degustationen – das sind die Quellen, aus denen flüssige Erfolgserlebnisse gespeist werden können.
Zur Probe: Ausgeschrieben waren Standardcuvées (also keine Jahrgangssekte, Reserven etc.) mit einer Restzuckerbegrenzung bei maximal „Brut“. Die Wertungen zeugten von einer sehr hohen Qualität der eingereichten Proben. Maximal 45 Punkte konnten je Probe erreicht werden (bei Höchstwertung der 9 Juroren von je 5 zu vergebenden Punkten).

Die Jury

  • Reinhold Forobosko - (Juryvorsitzender)Weinlektor und einer der besten Weinkenner Österreichs
  • Hermann Botolen - Chefsommlier im „Meinl am Graben“
  • Barbara Nemec - Sommelière im „Le Sazgries“
  • Karl-Heinz Mraz - Patron und Sommelier - „Mraz und Sohn“
  • Josef Knorr - Einer der besten Önologen Österreichs, Kellermeister Bründlmayer
  • Peter Szigeti - Top-Winzer und Versekter von über 400 Winzern
  • Christian Weininger - Rot-weiß-roter „Monsieur Champagne“, Importeur, Lokal „Jeroboam“
  • Werner Lackner - Weinakademiker und Feinschmecker.
  • Denis König - Koch aus Leidenschaft, Erfahrung in den besten Küchen Frankreichs
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