Am Anfang war der Schnaps. Ein gefährliches Wesen, das in der Tiefkühltruhe gehalten wurde und mit Minusgraden die Gurgel runterfetzte. Dann folgte die goldene Ära der Destillate. Jeder Mensch mit zwei Himbeerstauden im Hinterhof und Stechpalmen auf dem Fensterbrett fühlte sich zu „Geistigem“ berufen. Die Schwachen gingen den Bach runter – die Guten, Braven und Ehrlichen, die zeigen uns, wie man in Zeiten der Finanzkrise und der omnipräsenten polizeilichen „Blasrohre” brennt!
Zu berichten ist von den famosen, höchst kreativen Herren Alois Gölles und Hans Reisetbauer. Die Vorgaben für ihr trendiges Destillat: nur reine Natur (versteht sich von selbst), fruchtig und füllig bis zum Anschlag. Das kennen wir. Aber nicht mit dem Zusatz „zurückhaltend im Alkohol“. Meint im Klartext: voller Geschmack bei nur 25 Volumprozent! Der Kupferkessel bleibt, man brennt selbstverständlich doppelt, nur die Technik der Destillation wurde von den beiden Tüftlern in jahrelanger Arbeit verfeinert.
Bitten wir das halbe Dutzend der Weichen unter den Harten einmal auf die Bühne. Vorausgeschickt sei die – bei diesen Meistern total überflüssige – Mitteilung, dass nur vollreife, vollkommen gesunde Früchte in den Brennkessel dürfen.