Meine 24 Stunden in Brügge

Viellecht ist es ja eine Bildungslücke. Aber als mich an diesem Samstagmorgen im „Grand Hotel Casselbergh“ in Brügges Hoogstraat Nummer 6 gleich zwei Touristen hintereinander fragten, ob ich den Film „Brügge sehen … und sterben?“ kennen würde und ich verneinen musste, war mein Entschluss gefasst. Ich wollte Brügge sehen. Und zwar auf eigene Faust. Andernfalls zog ich ernsthaft Sterben in Betracht.

Allein in einer fremden Stadt erlebt man sowieso die besten Geschichten. Und ganz unbedarft kam ich ja auch nicht an. Brügge zählt zum Weltkulturerbe – das gab mir meine Kollegin mit auf den Weg. Brügges mittelalterliche Altstadt ist von Kanälen und Wallanlagen umgeben, auf denen sich Windmühlen befinden – das las ich im Reiseführer. Brügge ist wunderschön – das konnte ich selbst feststellen, als ich mitten im Zentrum stand und ehrfürchtig auf den „Belfried von Brügge“ blickte. Ein schlanker Glockenturm, typisch für Flandern und 83 Meter hoch. Ich will jetzt auch gar kein geschichtliches Wissen vorgaukeln. Imposant ist dieser Turm auf jeden Fall und die Gebäude, die diesen Platz einzäunen, ebenfalls. Aber es war bereits Mittag und ich hatte Hunger. Also waren die zwei Pommesbuden vor dem „Belfried“ in diesem Moment von größerem Interesse. Ich entschloss mich für die linke. Die Schlange davor war da länger, was ja logischerweise auf bessere Pommes schließen ließ. Kristof, der im Wagen links für das Frittierte zuständig war, klärte mich aber auf. Beide Pommesbuden gehören derselben Besitzerin. Selbe Pommes. Selbes Frittierfett. Unterschiedlich lange Warteschlangen davor.

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