Mälzer hatte schon bessere Tage. Mit einem Gewaltschuss aus der Verteidigung will er die Schmach noch verhindern. Die kleine, weiße Plastikkugel fetzt vorbei an den Gegenspielern und knallt – neben das Tor. „Klatschtime!“ So heißt das in Mälzers Sprache.
Die Jungs spielen wieder mal Drehfußball. Was andere am edlen Besprechungstisch diskutieren, wird in Mälzers Büro am „Kicker“ erledigt. Hier oben, am Ende einer schmalen Stiege im ersten Stock der „Bullerei“, ist das Büro Mälzer, die logistische Schaltzentrale des Restaurants. Ein sehr authentischer Ort. Abteilung geordnetes Chaos.
Links Regale mit Kochbüchern, obenauf stapeln sich Umzugskartons, rechts der Flipper. In der Mitte des Raumes der Drehfußballtisch, daneben ein graues Stoffsofa, gegenüber zwei Schreibtische längsseitig aneinandergestellt. Am einen Ende Frank Meyer, Mälzers persönlicher Assistent, am anderen Ende lehnt Mälzers Kumpel und Küchenchef Tom Roßner locker im Stuhl und checkt die Bestellungen für die nächsten Tage. Der 2-Meter-Hüne ist Mälzers kulinarische Visitenkarte. Schon im „Weissen Haus“, Mälzers erstem eigenen Restaurant, stand Roßner an seiner Seite in der Küche. Die beiden kennen sich aber schon länger. Damals im „Tafelhaus” von Christian Rach waren die Rollen noch anders verteilt. Roßner und Mälzer, beide als Chef de Partie, auf derselben Ebene. Die beiden konnten sich anfangs überhaupt nicht leiden. Wahrscheinlich deshalb, weil sie sich eben gar nicht so unähnlich sind. In der Küche pflegen sie einen jungen, frechen Stil, immer jedoch auf perfekte Qualität bedacht. Und privat sind die beiden zwei coole, bodenständige Typen, mit denen man gerne mal das eine oder andere Bier kippt.
Fotos: Werner Krug, Philipp Rathmer, Marlo Scheder-Bieschin