Ein sanfter, aber doch spürbarer Ruck bringt Schwung in die Sache. Leise surrt das Räderwerk und das Restaurant vollführt in 181 Metern Höhe seine Pirouetten über München. 49 Minuten dauert eine Drehung des Gourmettempels um die eigene Achse.
Es kann kein Zufall sein, dass ausgerechnet Otto Koch nun die Regie in diesem Drehrestaurant führt. Stillstand, das war auch nie seine Sache. Er, der selbst seit knapp vier Jahrzehnten an der Spitze der Kulinarik steht, hat seinerzeit mit Weggefährten wie Eckart Witzigmann oder Hans-Peter Wodarz die Haute Cuisine in Deutschland salonfähig gemacht. Als für hiesige Köche ein Eisbein schon fast das höchste der Gefühle war, schmuggelte er mit Witzigmann im Schlepptau kiloweise Gänseleber in Salatsteigen über die französische Grenze. Lebensmittelproduzenten in Deutschland drängte er damals zur Qualitätssteigerung. Oft war Koch seiner Zeit voraus. Da kam es auch schon vor, dass er Winzern das Geld für die Anschaffung von Barriquefässern vorstreckte und zudem garantierte, den Wein abzunehmen. Oder Bauern zeigte, wie Enten, die für die Küche bestimmt sind, richtig aufgezogen und geschlachtet werden.