Schlachtenbummler im Genussrausch

Grands Chefs

160 Grands Chefs aus fünf Kontinenten gibt es in der Vereinigung von „Relais & Châteaux“.

Relais & Châteaux legt besonders großen Wert auf die hohe Kunst des Kochens, was im Begriff der Grands Cheafs seinen Ausdruck findet. Große Persönlichkeiten der Kulinarik in ihren jeweiligen Ländern sind, aber sich auch durch eine starke Präsenz in ihrer Küche auszeichnen. Sie lieben die Tradition genauso wie das Moderne und setzen beste Produkte aus aller Welt ein. Sie arbeiten seit mehreren Generationen als Familie, stehen für das Echte und Ursprüngliche. Sie sind legendäre Küchenchefs und große Vorbilder für die kommenden Generationen von Küchenchefs.

www.relaischateaux.com

Auf einem Silbertablett schwebt hauchdünn geschnittenes und getrocknetes Früchtebrot vorbei, die dazu gereichte Foie gras zählt zu den feinsten und besten des Landes. Ein schwarz livrierter Sommelier öffnet eine Flasche eisgekühlten Dom Pérignon 2002. Eine von insgesamt 200 Magnumflaschen des Jahrgangschampagners, die an diesem lauen Frühsommerabend noch geköpft werden sollten.

Das ist ein Amuse bouche im Stil des Sonnenkönigs Ludwig XIV., aber schließlich ist man auch in die Schlachtengalerie des Schlosses Versailles geladen, um dort bei einer Soirée zu Ehren der französischen Esskultur eben dieser zu frönen. Genauer gesagt haben Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, Jaume Tàpies, Chairman der Luxus-Hotelvereinigung „Relais & Châteaux“, und Kulinarik-Großmeister und Chairman der „Les Grandes Tables du Monde“, Marc Haeberlin, dazu aufgerufen, die Ernennung derselbigen als UNESCO-Welterbe zu feiern. Und das mit 60 Grands Chefs von „Relais & Châteaux“, 650 priviligierten Gästen, 310 Flaschen Cheval Blanc 2004, Châteaud’ Yquem 1996 sowie Cognac Hennessy Paradis zu Roquefort aus der Maison Carles.

So wurden Guide-Michelin-Präsident a. D. Jean-Luc Naret, Christophe Navarre, Präsident von Moët Hennessy, oder Minister Frédéric Lefebvre Zeitzeugen einer kulinarischen Verschmelzung, die so noch nicht geschmeckt wurde. Allein die einzigartige Zusammenstellung französischer Genüsse wie die Challans-Ente, Bretonischer Hummer, Jakobsmuscheln aus Port-en-Bessin, Kaviar aus der Aquitaine, Frühlingsmorcheln und Marennes-Austern ist bereits als Highlight zu werten. In den 120 Händen der Götter in Weiß aus allen Regionen Frankreichs und Kontinenten der Welt wurden sie aber in eine Machtdemonstration der Kochkunst verwandelt. Denn vor der spektakulären Kulisse war die erste Garde am Werk: Michel Troisgros, Jean-Georges Klein, Pierre Orsi, Jacques und Laurent Pourcel, Jonathan Cartwright sowie Yoshihiko Miura und Daniel Humm, um nur einige zu nennen. Aus heimischen Gefielden kamen die Grands Chefs Johann Lafer und Toni Mörwald. Der österreichische Grand Chef kreierte extra zu diesem Anlass „Jakobsmuscheln aus Port-en-Bessin à la Saint-Germain“.

Die Aufführung dieser Gourmetoper setzte auch in der Inszenierung neue Maßstäbe: Die 72 Maîtres d’Hôtel und 22 Sommeliers waren nur daran zu bemerken, dass die Gläser – insgesamt 5300 – niemals leer und die Teller immer voll waren. Kein Wunder also, dass der Einmarsch der Grands Chefs nach dem Dinner einem königlichen Festzug glich. Und am liebsten hätte man sich verbeugt.

Fotos: Relais & Châteaux

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