Das gilt nicht nur, aber auch fürs Essen. Egal ob Luxusrestaurant oder Ethnoküche, schicke Szenehütte oder distinguiertes Steakhouse, ob original US Diner, koscheres Deli oder japanische Sushi-Bar, im Big Apple wird einfach jeder Gaumen glücklich.
Eine eigene New Yorker Küche gibt es nicht. Am ehesten müssen noch die N.Y.-Pizza, das Reuben-Sandwich oder der Creme-Cheese-Bagel als typische New Yorker Gerichte herhalten. Doch diesem Nachteil an eigener Tradition (die, wenn überhaupt, ja in holländischen bzw. britischen Kochtöpfen zu suchen wäre) steht seit jeher eine gelassene Offenheit für Neues gegenüber.
New Yorker arbeiten wahrscheinlich härter und auch länger als die Bewohner der meisten anderen Metropolen dieser Welt. Außerdem wohnen auch relativ gut verdienende Einwohner oft in winzig kleinen Apartments, weil die Mietkosten in Manhattan einfach exorbitant hoch sind. Auswärts essen zu gehen, hat für New Yorker also seit jeher einen ganz besonders hohen Stellenwert. Dabei ging und geht es natürlich nicht nur ums Kulinarische, sondern in erster Linie auch um soziale Aspekte.
Besonders beeindruckend ist – vor allem im Vergleich mit anderen Orten der USA – die Qualität des Essens auch in billigeren Lokalen. Und wer – wie viele New Yorker tagsüber – wenig Zeit und Geld für eine Mahlzeit investieren will, kann auch einmal ein wohl schmeckendes Hotdog von einem der rollenden Wagen auf der Straße probieren, eine „Slice of Pizza“ ordern oder sich ein Sandwich in einem der unzähligen Delis bereiten lassen. Vergessen Sie nur die großen Fastfoodketten wie KFC, McDonald’s oder Burger King, die sind in New York wirklich nicht zu empfehlen. Besuchen Sie lieber eines der 18.000 Restaurants der Stadt, von denen viele (vor allem außerhalb von Midtown-Manhattan) immer noch „family-owned“ und preiswert sind. In einer internationalen Stadt wie New York, in der fast jeder Bewohner fremde Wurzeln hat und jeder Zweite mit irgendeinem Akzent spricht, sind Ethno-Restaurants keine „Erlebnisrestaurants“ für Neugierige, sondern vor allem Orte, wo die kulinarischen Sehnsüchte der eigenen Herkunft gepflegt werden. Zwar gibt es auch in Midtown „ethnische Restaurants“ (vor allem Japaner, Koreaner bzw. italienische und französische Lokale), aber wesentlich lustiger, erlebnisreicher und deutlich billiger wird es, wenn man die Orte sucht, wo sich bestimmte Restauranttypen in geballter Form auftun. Chinatown und Little Italy sind natürlich immer empfehlenswert, aber kulinarisch mindestens genauso interessant ist die Curry Row im East Village (E 6th Street zwischen 1st und 2nd Avenue) und vor allem die zahlreichen „ethnic neighborhoods“ in den „outer boroughs“ Brooklyn, Queens und Bronx. In puncto Authentizität stellt der Sunset Park in Brooklyn Chinatown in Manhattan bei weitem in den Schatten, Jackson Heights (Brooklyn) ist eine nach Curry duftende indische Ecke. Echt italienische Viertel findet man in Belmont (Bronx) und Bensonhurst (Brooklyn), russisches Essen und Kultur in Brighton Beach, „Little Korea“ in Flushing (Queens). Alle diese Gegenden sind „safe“ und einfach mit der Subway zu erreichen.
Und auch wer lebendiges Nachtleben, coole Bars und Livemusik sucht, ist mittlerweile östlich des East Rivers genauso gut aufgehoben wie in Manhattan selbst. „Brooklyn ist das neue Downtown“, heißt es schon seit mehreren Jahren oder „Drinking in Manhattan is so 90ies, come to Brooklyn“. Besonders empfehlenswert sind die „Hoods“ Williamsburg und Park Slope.
Auch in der City „that never sleeps“ wird man irgendwann einmal müde. Das gute am New Yorker Hotel-Angebot: Es gibt eine riesige Auswahl an sehr unterschiedlichen Häusern in verschiedenen Lagen. Die „Downside“ dabei ist allerdings, dass die Räume sehr, sehr klein und ziemlich teuer sind. Auch was Hotels betrifft, ist New York die mit Abstand teuerste Stadt der USA. Der durchschnittliche (!) Zimmerpreis lag 2006 bei 225 $ (2004: 195 $) und weil die Buchungslage mit rekordverdächtigen 86 % auch sehr hoch ist, sind die Chancen auf einen echten Bargain nur gering.
„In den restlichen USA bekommt man für 225 $ ein sehr schönes Zimmer in einem Luxushotel der 4- oder 5-Sterne-Kategorie. In New York gibt’s dafür gerade einmal eine Schuhschachtel in der 3-Sterne-Kategorie, natürlich ohne Aussicht“, erklärt John A. Fox vom US-Beratungsunternehmen PKF Consulting. Wer genug Kleingeld dabeihat (oder über ein sehr großzügiges Spesenbudget verfügt), kann sich in einem unserer drei Luxustipps verwöhnen lassen. Unter 400 $ pro Nacht wird man in dieser Klasse auch am Wochenende nicht fündig werden. Für all jene, die bei der Übernachtung „sparen“ wollen, haben wir drei individuelle Angebote gefunden, wo man immer noch elegant für weniger als 200 $ (DZ) nächtigen kann. Natürlich geht es immer noch etwas günstiger, doch dann muss man schon spürbare Kompromisse bei Lage und/oder Komfort eingehen. Im Gegensatz zu vielen europäischen Hotels beziehen sich die angegebenen Preise auf ein Doppelzimmer und nicht pro Person. Zu allen Hotelpreisen in New York kommen immer insgesamt 13,625 % Steuern sowie ein Fixbetrag von 3,50 $ pro Nacht dazu. Gerade bei der Übernachtung lässt sich viel Geld sparen, wenn man frühzeitig bucht und Großevents (New York City Marathon, UNO-Jahreshauptversammlung, die Wochen unmittelbar vor Weihnachten) aus dem Weg geht.
Krawatte braucht man heute auch in den Toprestaurants eigentlich nirgends mehr, ein Sakko ist jedoch vielfach Pflicht. Auch Sneakers und Jeans sind in den teuersten Restaurants nicht gerne gesehen, wobei hier die Grenzen – der Mode folgend – eher fließend sind. Im Zweifelsfall kurz anrufen, diese Frage ist durchaus üblich. Generell gilt: In Midtown und Wall-Street-Nähe eher formell, Downtown und in Neighborhood-Restaurants deutlich entspannter.
Zehn Minuten Delay sind o. k., viel später sollte man nicht kommen, wenn man vermeiden will, dass der reservierte Tisch verfällt (und eine No-Show-Fee fällig wird). Im neuen Restaurant von Gordon Ramsay wird darauf hingewiesen, dass man doch – sofern man noch einen Drink an der Bar nehmen möchte – früher kommen soll, denn der Reservierungszeitpunkt stellt den Servicebeginn am Tisch dar. Hintergrund dieser strengen Regeln: Die Abläufe in der Küche werden möglichst exakt getimt, um einen Tisch zumindest zweimal pro Abend vergeben zu können. Daher kommt auch die Unsitte, dass man unmittelbar nach dem Dessert (spätestens jedoch nach dem Kaffee) ungefragt die Rechnung serviert bekommt und mehr oder weniger deutlich aufgefordert wird, wieder zu gehen.
Dass sich der Kellner mit dem Vornamen vorstellt, ist auch in Tophäusern üblich, Handytelefonieren jedoch nicht. Manche Restaurants weisen ausdrücklich darauf hin, andere setzen es stillschweigend voraus. Zuerst alles zerkleinern und dann alles mit der Gabel in der rechten Hand zu essen, ist durchaus akzeptabel. Dafür wird vorausgesetzt, dass man mit Stäbchen essen kann, und zwar nicht nur in asiatischen Restaurants, sondern auch in normalen Restaurants, wenn sie einen asiatisch inspirierten Gang ins Menü einbauen.
Die Trinkgeld-Erwartung liegt zwischen 15 % und 20 %. Es ist ein unverzichtbarer Bestandteil des Servicegehalts. Ein deutlich zu niedriges Trinkgeld wird nicht wie in Europa murrend zu Kenntnis genommen, sondern führt unweigerlich zu Diskussionen. Ersparen Sie sich solch unwürdige Szenen, schlagen Sie einfach schon bei der Bestellung rund 30% auf die angeführten Preise auf, denn auch die 8,625%ige Tax ist in den Preisen noch nicht enthalten. Einige Restaurants haben eigene Regeln für sehr teure Weinflaschen (wo der Tip nicht mehr zwingend 15 % sein muss), andere wie das Masa verrechnen eine 20%ige Service-Charge automatisch. Dann wird auf den Cent genau herausgegeben und kein zusätzliches Trinkgeld erwartet.
Einige der besten und berühmtesten Restaurants dieses Planeten Erde liegen in New York. Und das Beste daran ist: Verglichen mit London oder Paris ist das Speisen auf höchstem Niveau richtig günstig.
Für jeden Feinschmecker gehört zu einem New-York-Trip der Besuch zumindest einer der absoluten Topadressen zwingend dazu. Noch dazu, wo die Preise – im Vergleich zu London und Paris – nicht überzogen erscheinen. So kommt ein dreigängiges Menü im neuen Restaurant von Gordon Ramsay at the London (151 W 54th Streeet, www.gordonramsay.com) derzeit auf 80 $, das Club Menu (zwei kleine Vorspeisen, Hauptspeise, Dessert, Kaffee) im L’Atelier Robuchon gar nur auf 60 $. Das große Decouverte-Menü im gleichen Haus kostet allerdings 160 $. Das teuerste ernstzunehmende Menü der Stadt ist das Omakase-Menü im Masa, das es nicht unter 350 $ gibt. Dafür kann man dann auch Fugu und andere äußerst seltene Meeresfrüchte in Topqualität genießen. Allerdings gilt überall: Zu den angeführten Preisen kommen noch einmal ca. 30 % an Tax und Tip dazu. Schauen Sie genau, denn in manchen Luxusrestaurants (etwa im Masa) wird ein 20%iger Tip gleich fix verrechnet. Dann (und nur dann) müssen sie natürlich kein zusätzliches Trinkgeld mehr berappen. Auch wenn es zumeist schwierig ist, einen Tisch in einem der hier angeführten Restaurants zu bekommen, sollten Sie es unbedingt probieren. Denn die zweite und dritte „Garde“ der New Yorker Toprestaurants kosten praktisch gleich viel, bieten aber deutlich weniger. Es gilt also: Wenn schon, denn schon!